"Keine Showbühne für Mätzchen von Moderatoren": Peter Frey legt sich mit Stefan Raab an

 

Am kommenden Sonntag hat die vierte "Absolute Mehrheit"-Ausgabe mit Dirk Niebel, Gregor Gysi und AfD-Gründer Bernd Lucke Top-Talkgäste. In die Vorfreude feuert ZDF-Chefredakteur Peter Frey eine Breitseite. Er spricht Stefan Raab, den ProSieben ins "Kanzlerduell" schicken wird, die politische Kompetenz ab. "Als Werbeplattform für einen Nischensender eignet sich dieses Ereignis nicht." 

Am kommenden Sonntag hat die vierte "Absolute Mehrheit"-Ausgabe mit Dirk NiebelGregor Gysi und AfD-Gründer Bernd Lucke Top-Talkgäste. In die Vorfreude feuert ZDF-Chefredakteur Peter Frey eine Breitseite. Er spricht Stefan Raab, den ProSieben ins "Kanzlerduell" schicken wird, die politische Kompetenz ab. "Als Werbeplattform für einen Nischensender eignet sich dieses Ereignis nicht."  

Im kress-Exklusivinterview (erscheint im kressreport 9/13; EVT: 3. Mai) wetzt der streitbare ZDF-Chefredakteur das Messer - und geht nicht nur die ARD-Konkurrenz, sondern auch Stefan Raab hart an. Dass der sich in die von ARD, ZDF, RTL sowie ProSiebenSat.1 entsandte Riege der "Kanzlerduell"-Moderatoren gedrängelt hat - mit Schützenhilfe von Edmund Stoiber - tut Frey als Profilierungssucht ab. Ernst nimmt er den zum Polit-Talker gewandelten ProSieben-Mann offenbar nicht. 

Hier ein Auszug aus dem kress-Gespräch mit Peter Frey:

Herr Frey, wie schmerzvoll ist das Bauchgrimmen, mit der Sie Stefan Raabs Auftreten beim "Kanzlerduell" entgegensehen?

Peter Frey: Bauchweh macht mir das nicht. Aber die Argumente müssen schon stimmen. Wir brauchen fürs Duell keinen Unterhaltungsmoderator, um junges Publikum zu erreichen. ARD und ZDF hatten 2009 bei den unter 50-Jährigen einen Marktanteil von 23,7 Prozent, Sat. 1 hatte 3,4 Prozent. Das wird nicht anders werden, wenn jetzt ProSieben überträgt. Worauf es mir ankommt: Im Duell, das die herausragende Informationssendung des Wahljahres ist, müssen die Kandidaten und nicht die Moderatoren im Vordergrund stehen. Als Werbeplattform für einen Nischensender eignet sich dieses Ereignis nicht.

Der Wettbewerb der Sendergesichter war doch auch in den Vorjahren schon groß.

Das ist richtig. Aber alle Beteiligte, inklusive Sat.1 mit Chefredakteur Peter Limbourg, hatten Köpfe geschickt, die für politische Kompetenz standen.

Und bei Stefan Raab haben Sie da Zweifel?

Ich habe gesagt, was unsere Erwartungen sind: Es muss eine solide, seriöse und von politischer Kompetenz geprägte Gesprächsführung herauskommen. Das Duell ist keine Showbühne für die Mätzchen von Moderatoren. Nach der Sendung soll Deutschland nicht darüber diskutieren, ob Raab auch Politik kann, sondern wer die oder der bessere im Kanzleramt ist.

Wie kann man so etwas im Vorfeld sicherstellen? Es wird ja keinen Testlauf geben, oder?

Wir müssen nichts testen! Wir brauchen klare Vereinbarungen zwischen den Sendern. Die gab es ja aber auch schon in der Vergangenheit. Wir müssen also das Rad nicht neu erfinden, nur weil einer mit einer großen Klingel unterwegs ist!

Das komplette Interview finden kress-Abonnenten im kommenden kressreport 09/13, die Ausgabe erscheint am Freitag, 3. Mai.

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Ihre Kommentare
Kopf

Christian Schneiderbauer

25.04.2013
!

Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Frey wirklich eine Diskussion über den Begriff "Nischensender" lostreten sollte. Das Durchschnittsalter (Mo.-So., 03:00-03:00 Uhr, Ø 1. Quartal 2013) von ARD und ZDF liegt bei 61 Jahren, das Durchschnittsalter von RTL bei 47 und das von ProSieben bei 35 Jahren. Ältere Menschen anzusprechen ist natürlich absolut wichtig und richtig, aber fast ausschließlich? Ist die Senderkombination dementsprechend nicht absolut passend?


Andreas Tsilis

25.04.2013
!

Vollkommen Ihrer Ansicht Herr Schneiderbauer. Die Arroganz mancher staatlich alimentierter TV-Leute ist unerträglich. Große "Klingelbeutel-Reden" lassen sich da natürlich gut halten. Politik lässt sich auch unterhaltsam und augenzwinkernd vermitteln, wäre das nicht so ginge nur die Generation 50 plus und Chefredakteure zur Wahl.


Thomas Bauer

Thomas Bauer

TOM-Verlag
Verlagsleiter

26.04.2013
!

Freys Argumentation ist doch korrekt: Es sollte um die Inhalte gehen, die den beiden Kandidaten entlockt werden. Ob da das bisher handelnde Personal ideal ist, das mag man ja infrage stellen. Eine Anne Will oder Caren Miosga wären da in ihrer dezenten Frechheit schon das Mindeste, was man den Kandidaten zumuten sollte. Aber die Frage, ob ein Midlife-Crisis-Unterhaltungsmoderator (ich kann auch Politik!) auch hier floppt sollte im Hintergrund stehen. Tut sie aber nicht bei der Personalie Raab.


Michael Paul

26.04.2013
!

Ausgerechnet Peter Frey vom ZDF. Der Chefredakteur, der Politiker und Zuschauer über Jahre mit der "Satzergänzung" nervt. Frey, der Unterhaltungsmoderator der Öffentlich-Rechtlichen .... "Zu unserer Sendung gehört die Satzergänzung. Ergänzen Sie bitte folgenden Satz: ' Mit Peter Frey wird jede Sendung zu .... ' "


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