Bremer Tageszeitungen AG: "Weser-Kurier"-Verlagschef Hackmack tritt ab

25.04.2013
 
 

Ulrich Hackmack, umstrittener Vorstandschef der Bremer Tageszeitungen AG ("Weser-Kurier" / "Bremer Nachrichten"), ist am Donnerstag nach rund 14 Amtsjahren abberufen worden. Der Verlag kam damit einem für Freitag erwarteten Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Bremen zuvor.

Ulrich Hackmack, umstrittener Vorstandschef der Bremer Tageszeitungen AG ("Weser-Kurier" / "Bremer Nachrichten"), ist am Donnerstag nach rund 14 Amtsjahren abberufen worden. Der Verlag kam damit einem für Freitag erwarteten Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Bremen zuvor. Dort hatte Miteigentümer Christian Güssow eine Einstweilige Verfügung beantragt, mit der er eine Abberufung des 60-Jährigen durchsetzen wollte. In der mündlichen Verhandlung am 12. April hatte das Gericht angedeutet, dass es dem Antrag am Freitag wohl stattgeben werde - wegen Nichtigkeit der letzten Vertragsverlängerung von 2009.

Wie die Bremer Tageszeitungen AG (BTAG) am Donnerstag mitteilte, erklärte Hackmack nach der Gerichtsverhandlung seine Bereitschaft, sein Amt "im Interesse des Unternehmens zur Verfügung zu stellen". Der Aufsichtsrat habe ihn daraufhin mit Wirkung für Donnerstag, 24 Uhr, abberufen "und ihm zugleich für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit für den Verlag gedankt".

Hintergrund ist ein langjähriges Zerwürfnis zwischen den beiden Eignerfamilien. Hackmack-Kritiker Güssow hatte bereits 2011 ein OLG-Urteil erwirkt, wonach die letzte Vertragsverlängerung aus formalen Gründen nichtig war. Dennoch hatte der Aufsichtsrat mit knapper Mehrheit zunächst beschlossen, den Vorstandschef im Amt zu belassen. Güssow beantragte daraufhin eine Einstweilige Verfügung für Hackmacks Abberufung, scheiterte damit aber Ende 2012 in erster Instanz vor dem Landgericht Bremen (kress.de vom 20. Dezember 2012). In der Berufungsinstanz vor dem OLG hätte er am Freitag voraussichtlich Erfolg gehabt.

Nach Hackmacks Ausscheiden besteht der BTAG-Vorstand jetzt noch aus Eric Dauphin, Jan Leßmann und Jörg Röver.

BTAG-Vorstand bestätigt Schließung von Verlagsbereichen

Der BTAG-Vorstand hat inzwischen bestätigt, dass zwei Verlagsbereiche zum Jahresende geschlossen werden sollen. Er bedauere dies ausdrücklich, sehe sich aber "durch die anhaltend schwierige Situation im Werbemarkt dazu gezwungen", heißt es in einer Vorstandserklärung. Für die rund 55 betroffenen Beschäftigten würden jetzt "zeitnah" Verhandlungen über einen Sozialplan beginnen. Keine Stellung nimmt der Vorstand zu den Berichten des Betriebsrats und des Deutschen Journalisten-Verbands, wonach rund 60 weitere Stellen in der Redaktion, im Druckhaus und in kaufmännischen Abteilungen sozialverträglich abgebaut werden sollten und zwei Außenredaktionen bereits zum 30. April an einen untertariflich zahlenden Dienstleister ausgegliedert würden (kress.de vom 24. April 2012).

Autor: Eckhard Stengel

 

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