Zeugen-Befragung per Google Hangout: SWR schickt interaktiven "Tatort+" in Serie

07.05.2013
 
 

Nach dem überraschenden Erfolg des ersten interaktiven "Tatorts" im Frühjahr 2012 folgt nun nach einem Jahr der nächste Krimi, an dem das Erste seine Fans auch im Netz beteiligt – und noch mehr: Das Experiment wird zum Standard.

Nach dem überraschenden Erfolg des ersten interaktiven "Tatorts" im Frühjahr 2012 folgt nun nach einem Jahr der nächste Krimi, an dem das Erste seine Fans auch im Netz beteiligt – und noch mehr: Das Experiment wird zum Standard. Der SWR, der in diesem Fall der Trendsetter im Senderverbund ist, plant bereits weitere interaktive Ausgaben des Krimi-Klassikers für die nächsten Jahre.

"Diesmal können die Nutzer unter anderem Zeugen per Google Hangout befragen", sagte der zuständige Online-Redakteur des SWR, Guido Bülow, am Rande des Netz-Kongresses re:publica zu kress. Und zusätzlich zum ersten "Tatort+" werde es nun nicht mehr nur weitere Ermittlungen nach der Ausstrahlung geben, sondern auch einen Vorlauf: Los geht es acht Tage vor der Sendung am 18. Mai. Der Stuttgarter "Tatort" mit dem Titel "Spiel auf Zeit", um den sich das multimediale Projekt dreht, läuft dann am 26. Mai.

Der Aufwand für das Projekt ist offensichtlich immens. So ließ der Sender mit den Hauptdarstellern Richy Müller und Felix Klare und auch mit mehreren Nebendarstellern zusätzliche Szenen produzieren, die Drehbuchautor Wolfgang Stauch extra entworfen hat. Wer im Vorfeld mitermitteln möchte, wird zudem nur von Tag zu Tag an neuen Erkenntnisse herangeführt: Das Tempo, mit dem sich die Hobby-Kriminalisten am eigenen Computer an die Arbeit machen können, soll möglichst realistisch sein.

"Im Vergleich zum letzten Mal haben wir nicht nur eine, sondern gleich zwei Schippen draufgelegt", sagte Online-Redakteur Bülow, der die Entwicklung noch am Dienstag auf dem Netz-Kongress präsentieren wollte. "Wir arbeiten schon an einem nächsten Fall für 2014 und haben auch schon Drehbücher für 2015 auf dem Tisch, um zu gucken: Wie können wir da agieren?" Ob andere Landesrundfunkanstalten dem aufwändigen Modell folgen, sei unterdessen offen. "Das muss jedes Haus für sich entscheiden", sagte Bülow.

Bei der Prämiere des "Tatort+" im vergangenen Jahr hatten sich nach Angaben des Senders fast 110.000 Krimi-Fans beteiligt. Damals sei ob des überraschend großen Ansturms sogar die Plattform kurzzeitig zusammengebrochen. Außerdem hatte der SWR anschließend noch ein weiteres Problem: "Wie soll das weitergehen?", nörgelte anschließend Hauptdarstellerin Ulrike Folkerts. "Sollen die Zuschauer beim nächsten Mal raten, wie oft die Katze gefüttert wurde? Oder wie viele Flaschen Wein Odenthal und Kopper getrunken haben?"

Autor: Daniel Bouhs

 

Ihre Kommentare
Kopf

Peter F. Meyer

07.05.2013
!

Jetzt warten wir nur noch auf einen echten interaktiven Tatort, bei dem das Drehbuch nur skizzenhaft geschrieben wurde. Lediglich die Rahmenhandlungen stehen fest. Zuschauer greifen in's Geschehen ein und die Kommissare, Täter und Zeugen müssen so handeln wie es die Zuschauer wollen. Live. Auf die Gefahr hin, dass der Mord nicht innerhalb einer Sendung aufgeklärt werden kann. To be continued...


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