Weil auf Monika Piel ein Mann folgt: ProQuote rügt Intendanten-Suche beim WDR

 

Die Intendanten-Suche beim WDR geht in die heiße Phase. "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow, Radio Bremen-Intendant Jan Metzger und Stefan Kürten von der Europäischen Rundfunkunion haben die besten Chancen auf den Posten. Drei Männer also - das passt der Journalistinnen-Initiative ProQuote überhaupt nicht.

Die Intendanten-Suche beim WDR geht in die heiße Phase. "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow, Radio Bremen-Intendant Jan Metzger und Stefan Kürten von der Europäischen Rundfunkunion haben die besten Chancen auf den Posten (kress.de vom 14. Mai 2013). Einen entsprechenden "Spiegel Online"-Artikel bestätigte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi der dpa. Drei Männer also - das passt der Journalistinnen-Initiative ProQuote überhaupt nicht.

Die Männer seien eingeladen worden, sich am 29. Mai in Köln der Wahl zum Intendanten zu stellen. "Es gibt keine Vorentscheidung und keine Empfehlung der Findungskommission, sondern der Rundfunkrat hat am 29. die Wahl", so Hieronymi laut dpa.

Die Findungskommission, die die möglichen Nachfolger für die zurückgetretene Intendantin Monika Piel heraussucht, bestehe aus acht Männern und zwei Frauen, sagt ProQuote-Vorsitzende Annette Bruhns. "Kein Wunder, dass die Männerdominanz in Deutschlands Medien so schwer zu knacken ist." Bisher verantworteten mit Piel lediglich drei Intendantinnen die zwölf öffentlich-rechtlichen Sender.

"Eine wichtige Voraussetzung für Karrieren sind Auslandserfahrungen", erklärt Bruhns. Sowohl Buhrow als auch Metzger sind ehemalige Auslandskorrespondenten. "Die ARD-Auslandsstudios haben auch heute nur einen Frauenanteil von 19%, und beim ZDF ist nicht einmal jede vierte Korrespondentin eine Frau."

Bei Radio Bremen nur Männer in journalistischen Top-Positionen

ProQuote hat jetzt die obersten drei journalistischen Leitungsebenen aller Rundfunkanstalten ausgezählt. "Ausgerechnet das von Jan Metzger verantwortete Radio Bremen bildet das Schlusslicht in Sachen Frauenpower", so Bruhns. Bezogen auf journalistische Top-Positionen führen den Sender neun Männer – und keine Frau. Insgesamt hat Radio Bremen jedoch einen Frauenanteil von 28% in Führungspositionen und steht damit im ARD-Vergleich auf Rang drei (hinter dem RBB und dem WDR), so ein Sendersprecher zu kress.

Beim Saarländischen Rundfunk stehen laut den Berechnungen von ProQuote sieben Männer und eine Frau an der Spitze. Beim ZDF und beim Deutschlandradio ist jeder fünfte journalistische Top-Entscheider weiblich.

Top-Frauenanteil beim RBB liegt bei 57% 

Es gibt aber auch Sieger der ProQuote-Auswertung. Radio Berlin-Brandenburg (RBB), der Hessische Rundfunk und die Deutsche Welle haben 40% Frauen in Führungspositionen; unter Piel war das auch beim WDR der Fall. Beim RBB haben mit 57% sogar mehrheitlich Frauen das Sagen.

"Eigenmarketing ist für Frauen ein Fremdwort", so ProQuote-Unterstützerin und RBB-Intendantin Dagmar Reim, "im Wortschatz vieler Männer hingegen scheint das Wort Selbstzweifel nicht vorzukommen." Deshalb müssten Frauen gezielt gefördert werden: "Im RBB machen das inzwischen auch die meisten männlichen Führungskräfte aus Überzeugung."

Ihre Kommentare
Kopf

Doctor Know

15.05.2013
!

Soweit ist es schon mit uns.

Und wetten, wenn sich nun eine minderqualifizierte Frau bewürbe, sie würde genommen. Denn 3 Männer gegen 1 Frau ist ja hochgradig unfair.

Armes Deutschland.


Karl Jobig, PFDE Dresden

15.05.2013
!

Was hat Quote mit Qualität zu tun ?? Frauen von Klasse gibt es unzählige, ob es die aber alle in Karrieren drängt, steht doch auf einem anderen Blatt. Eine Quote
ist absolut richtig, wenn es darum geht, Behinderte im Arbeitsleben zu halten.
Die sich berufen fühlenden Damen aus der Medienwelt, können sich doch ins
Spiel bringen und sich bewerben. Wo liegt das Problem ?


Kopf Schüttel

29.05.2013
!

Jungs, mal ehrlich:
ihr müsst hier (und anderswo) nicht kommentieren, wenn ihr keine Ahnung habt, worum es geht und wie die Mechanismen funktionieren.
Einfach informieren, und direkt mit Betroffenen sprechen, hilft - statt nur immer in Foren abzulästern. Man bekommt ja den Eindruck, Forenkommentatoren hätten alle Kommunikationsstörungen.


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