Wird Entertain bevorzugt? Kartellamt fragt bei Telekom wegen Datenbremse nach

15.05.2013
 

Die geplante Daten-Drosselung der Deutschen Telekom im Internet hat das Bundeskartellamt hellhörig gemacht. Man schaue sich den Sachverhalt genauer an, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt gegenüber dem "Handelsblatt". Mundt betont, dass die Wettbewerbshüter schon Anfang Mai der Telekom schriftlich Fragen zu ihren Drosselungsplänen gestellt habe.

Die geplante Daten-Drosselung der Deutschen Telekom im Internet hat das Bundeskartellamt hellhörig gemacht. Man schaue sich den Sachverhalt genauer an, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt gegenüber dem "Handelsblatt". Mundt betont, dass die Wettbewerbshüter schon Anfang Mai der Telekom schriftlich Fragen zu ihren Drosselungsplänen gestellt habe. Das Kartellamt wolle vor allem unter die Lupe nehmen, ob die Telekom "konzerneigene Angebote wie Entertain gegenüber konkurrierenden Angeboten anderer Anbieter bevorzugt". Werden Offerten von Wettbewerbern von der Telekom bei der Übertragungsgeschwindigkeit benachteiligt, könnte dies eine unzulängliche Diskriminierung darstellen, heißt es im "Handelsblatt".

Mundt stellt aber auch klar, dass seine Behörde "gegenwärtig keine Veranlassung für die Einleitung eines Verfahrens" sehe. Man werde die Antworten der Telekom aber noch "in Ruhe auswerten". Bei der Telekom heißt es auf Anfrage des "Handelsblatts", dass Entertain ein Dienst sei, für den Kunden extra bezahlten. Insofern sei es auch gerechtfertigt, dass das Übertragungsvolumen nicht angerechnet werde. Zudem sei Entertain kein klassischer Internetdienst, sondern Fernsehen. Andere hauseigene Internet-Angebote wie etwa Videoload sollten hingegen genauso auf das Inklusiv-Volumen der neuen DSL-Tarife angerechnet werden wie Dienste von Rivalen, wird der Sprecher zitiert.

Ende April kündigte bereits die Bundesnetzagentur an, die Pläne der Telekom zu prüfen. Damals sagte ein Sprecher dem "Trierischen Volksfreund", dass die Telekommunikationsaufsicht untersuchen wolle, ob "regulatorisches Handeln" erforderlich sei, um Transparenz und Netzneutralität zu wahren.

Die Telekom will bei DSL-Anschlüssen ab 2016 die Geschwindigkeit nach Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens reduzieren. Verankert wird die Drosselung in Verträgen, die ab dem 2. Mai 2013 geschlossen werden. Das IPTV-Angebot Entertain ist von den Plänen ausgenommen.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.