Springer-Boss Mathias Döpfner wird deutlich: "Die 'HuffPo' ist das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus"

23.05.2013
 

Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner erklärt in einem Interview mit "Gründerszene", warum sein Verlag keine Kooperation mit der "Huffington Post" geschlossen hat. "Die 'Huffington Post' widerspricht unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten der Verlage. Deswegen ist die 'Huffington Post' das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus", so Döpfner,

Axel-Springer-Boss Mathias Döpfner erklärt in einem Interview mit "Gründerszene", warum sein Verlag keine Kooperation mit der "Huffington Post" geschlossen hat. "Die 'Huffington Post' widerspricht unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten der Verlage. Deswegen ist die 'Huffington Post' das Anti-Geschäftsmodell für Journalismus", so Döpfner. Es gebe aber etliche andere Aggregatoren, die diese Rechte schützen und die finden wir interessant.

Die deutschsprachige Ausgabe der "Huffington Post" wird von der Tomorrow Focus Media (Hubert Burda Media) verantwortet. Die Deutsche "HuffPo" soll einerseits Nachrichtenportal sein, andererseits auch Plattform für Meinungsbeiträge, Blogs und Community, kündigte ToFo Ende April an. In den kommenden Monaten soll in München ein Redaktionsteam aus erfahrenen Journalisten zusammengestellt werden. Die Website soll im Herbst dieses Jahres online gehen.

Die Gründerin der "HuffPo", Arianna Huffington, setzt seit Anbeginn auf ein kostenloses Angebot, das allein durch Werbeerlöse finanziert wird. Die Kosten werden schmal gehalten, weil die Festangestellten dem Vernehmen nach gering bezahlt werden und die Blogger für ihre Beiträge gar kein Geld erhalten. Auch der DJV hatte deshalb mit Hinblick auf das kommende deutsche Angebot schon Alarm geschlagen.

"Internet-Journalismus wird besser sein, als Print-Journalismus es je war"

Axel Springer macht derzeit fast 40% des Gesamt-Umsatzes mit dem Digitalgeschäft. Das Geld kommt aber nur zu einem kleinen Teil von journalistischen Angeboten. Mathias Döpfner verspricht im Interview mit "Gründerszene" Besserung: "Ich erwarte einen großen Aufschwung der Content-Modelle. Die wurden in den letzten 15 Jahren vernachlässigt. Im Silicon Valley gab es kaum etwas, das so unsexy wie Content war." Döpfner sieht eine "Neuentdeckung des Inhalts in der digitalen Welt". "Gerade wenn so viele Informationen, überall und für jeden zu Verfügung stehen", so Döpfner weiter, "werden professionelle Auswahl und Bewertung immer wichtiger". Dies sei eine Leistung. Diese Leistung hätten einen Wert. Gerade im Internet. Da entstünden Business Modelle. Für das Geschäft werde Inhalt wichtiger und der digitale Journalismus werde zu einer neuen Blüte des Journalismus führen. "Der Internet-Journalismus wird besser sein, als der Print-Journalismus es je war."

Medien Campus entsteht in Berlin

Springer kündigt gegenüber "Gründerszene" auch einen "Medien Campus" in Berlin an, der direkt neben dem bestehenden Springer-Gebäude gebaut werden soll. Das neue Haus soll "nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch die neue Definition von Büroraum in einer entmaterialisierten digitalen Welt neue Maßstäbe für Zusammenarbeit und Kommunikation setzen". In dem Gebäude sollen vor allem die neuen digitalen Angebote untergebracht werden und sich mit den klassischen Springer-Marken noch stärker vernetzen. Der Bau dauere einige Jahre. Aber schon die konzeptionellen Überlegungen seien stimulierend, Ideen könnten schon jetzt umgesetzt werden. "Wir warten nicht mit dem kulturellen Wandel", sagt Döpfner.

Ihre Kommentare
Kopf

Andreas Tsilis

24.05.2013
!

Herr Döpfner hat sicher Recht. Dass Leute im Journalismus schlecht bezahlt werden und sogar staatliche Hilfe in Anspruch nehmen ("Aufstocker") ist aber nichts neues.Man möge sich nur die Sitaution der Anzeigenblätter anschauen. Da arbeiten auch Journalisten, auch wenn man diese anderenorts viell. belächelt. Insoweit: DIe Empörung über die HuffPo-Praktiken sind berechtiigt, deren Vorgehen aber nix ungewöhnliches.


Coskun Tuna

24.05.2013
!

Bloggerszene.de ist ein kleiner Anfang, bekommt aber zunehmend Aufmerksamkeit bei den Bloggern. Auch dort können Blogger posten.


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