"Abteilung dicke Hose": Gniffke kontert Klebers "Tagesschau"-Kritik

24.05.2013
 

"Da macht das böse Netz jetzt also auch noch unsere 'Tagesschau' kaputt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch mal geglaubt." Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell, hat sich augenzwinkernd zu den Vorwürfen von ZDF-Moderator Claus Kleber geäußert, die "Tagesschau" habe sich überlebt.

"Da macht das böse Netz jetzt also auch noch unsere 'Tagesschau' kaputt. Wenn ich ehrlich bin, habe ich das auch mal geglaubt." Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell, hat sich augenzwinkernd zu den Vorwürfen von ZDF-Moderator Claus Kleber geäußert, die "Tagesschau" habe sich überlebt.

"Das muss so 2006 gewesen sein, als uns die BBC mit der These erschreckte, dass das lineare Fernsehen am Ende sei ('The channel is dead'). Sieben Jahre später weiß ich, dass die Wirklichkeit viel anstrengender ist", erklärt Gniffke im "Tagesschau"-Blog. Denn das Fernsehen sei stark wie nie. Parallel dazu, "und keineswegs stattdessen", müsste man die Menschen auf allen anderen Wegen zusätzlich bedienen. Gniffke: "Bei uns sieht das so aus (Achtung jetzt kommt Abteilung dicke Hose): Die 'Tagesschau' erreicht 2013 so viele Zuschauer wie die Hauptnachrichtensendung von RTLZDF und Sat.1 zusammengerechnet. Die 'Tagesthemen' hatten 2012 das beste Ergebnis seit 18 Jahren. Unsere Seite 'tagesschau.de' liegt in der Akzeptanz auf einem hervorragenden Platz, und die 'Tagesschau-App' macht den Nutzern seit 2010 viel Freude." Da könne man in "Klebers Haus" natürlich ins Grübeln kommen.

Claus Kleber hatte im Doppel-"Zeit"-Interview mit Ulrich Wickert, langjähriger "Tagesthemen"-Moderator finster prophezeit: "Ich glaube, dass sich dieses Konzept gerade überlebt", denn das Internet mache Nachrichtensendungen wie die Tagesschau überflüssig, und er konstatiert für die junge Generation: "Die brauchen die Tagesschau wirklich nicht."

Auch, dass sich Kleber und Wickert in der "Zeit" an dem Sprecher-Prinzip der "Tagesschau" abgearbeitet haben, lässt Gniffke in seinem Beitrag nicht unkommentiert: Schon das Wort "Sprecher" wirke auf das Herren-Duo wie ein "Bayern-Trikot im BVB-Fanblock".

Kleber: "Vermeiden Sie bitte den Ausdruck Sprecher!" Wickert: "Wir sind keine Sprecher. Wir kommen aus dem Journalismus. (...) In der Tagesschau wird lediglich (sic!) ein Text vorgetragen, den die Redaktion verfasst hat."

"Ja, so isses!", schreibt Gniffke. Und die "Tagesschau"-Redaktion komme, nein, nicht aus dem Bäckerhandwerk oder dem KFZ-Gewerbe, sondern ebenfalls aus dem Journalismus. Und diese exzellenten Journalisten schrieben Texte, die dann ein professioneller Sprecher fehlerfrei vortrage. "Schönen Gruß von Leuten wie Jan Hofer und Linda Zervakis."

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