"Weder programmstrategisch noch finanziell sinnvoll": ZDF-Fernsehrat gegen Fusion von Digitalkanälen

 

Mitte April schlug die ARD vor, die Zahl der Digitalkanäle von sechs auf drei zu reduzieren. Das ZDF wies den Vorschlag damals zurück. Nun bezieht auch der ZDF-Fernsehrat Stellung und stemmt sich - wenig überraschend - ebenfalls dagegen. Man sehe "keine Perspektive" in einer Fusion von ZDFneo oder ZDFinfo mit anderen öffentlich-rechtlichen Angeboten.

Mitte April schlug die ARD vor, die Zahl der Digitalkanäle von sechs auf drei zu reduzieren. Das ZDF wies den Vorschlag damals zurück (kress.de vom 15. April 2013). Nun bezieht auch der ZDF-Fernsehrat Stellung und stemmt sich - wenig überraschend - ebenfalls dagegen. Man sehe "keine Perspektive" in einer Fusion von ZDFneo oder ZDFinfo mit anderen öffentlich-rechtlichen Angeboten.

Vor dem Fernsehrat erklärte der ZDF-Intendant Thomas Bellut: "Eine Verschmelzung dieser Kanäle macht Strukturen komplizierter und bringt keine Effizienzgewinne." Aus Sicht des ZDF mache eine Fusion weder programmstrategisch, noch finanziell oder organisatorisch Sinn.

ZDFneo und ZDFinfo sind die "erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle"

ZDFneo und ZDFinfo leisten einen "nachhaltigen Beitrag" zum Erfolg der ZDF-Programmfamilie, würdigte der Fernsehrat die Digitalkanäle. Außerdem sind ZDFneo und ZDFinfo "die mit Abstand erfolgreichsten öffentlich-rechtlichen Digitalkanäle", heißt es weiter.

Außerdem würden die Kanäle im Gesamt- und im Digitalmarkt einzeln ebenso hohe oder höhere Marktanteile wie EinsFestival, EinsPlus und tagesschau24 zusammen erreichen. "Die Strategie des ZDF, mit seinen Digitalkanälen dem Generationenabriss in dieser Altersgruppe entgegen zu wirken, ist voll aufgegangen", so Bellut.

ZDF bereit sich an einem Jugenkanal zu beteiligen

Außerdem teilte das ZDF mit, dass man grundsätzlich bereit sei, sich an einem gemeinsamen Jugendkanal mit der ARD zu beteiligen. Voraussetzungen dafür sind eine "klare Beauftragung durch die Länder, eine angemessene finanzielle Ausstattung, die Anerkennung des zusätzlichen Personalaufwandes durch die KEF und eine erweiterte Telemedienbeauftragung".

"Unsere momentane Situation ist geprägt von einem seit sechs Jahren stabilen Rundfunkbeitrag und hohen Einsparvorgaben der KEF im Personalbereich", sagt Bellut. Darum könne sich das ZDF nur auf einer sicheren Grundlage am Projekt eines öffentlich-rechtlichen Jugendkanals beteiligen.

ZDFKultur soll Ende 2013 eingestellt werden

Von ZDFinfo und ZDFneo will sich Bellut also nicht trennen, dafür ist das Ende von ZDFKultur beschlossene Sache. "Ende des Jahres wird der Kulturkanal auf Wiederholungen umgestellt", kündigte der ZDF-Intendant laut dpa am Freitag in Mainz an.

"Wenn die Bundesländer die Genehmigung dazu geben, wird der Kanal eingestellt." Allerdings soll es ungewöhnliche Formate wie "Bauerfeind" mit Katrin Bauerfeind, "Kulturpalast" und "Bauhaus" weiter geben: Der Gemeinschaftskanal 3sat werde diese Formate ab 1 Januar 2014 übernehmen. Bereits jetzt laufen Wiederholungen. Neue Produktionen würden eingestellt, sobald Vertragsverpflichtungen erfüllt seien.

Ihre Kommentare
Kopf

Hiatamadl

24.05.2013
!

Ausgerechnet Kultur, was für ein Hirnriss.


Thomas Bauer

Thomas Bauer

TOM-Verlag
Verlagsleiter

27.05.2013
!

@hiatamadl: Naja, der Kulturbegriff war ja bei ZDF Kultur schon ein ganz spezieller… Auf die Finger schauen muss sich das ZDF in der Frage, ob Neo&Co wirklich zum Ausprobieren auch fiktionaler Formate genutzt werden … und die dann auch ins Hauptprogramm vorgelassen werden.


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