Arianna Huffington antwortet Mathias Döpfner: "Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell in der Regel nicht"

29.05.2013
 

Arianna Huffington hat den Seitenhieb von Springer-Boss Mathias Döpfner gekontert, der die "Huffington Post" jüngst als "Anti-Geschäftsmodell für Journalismus" bezeichnet hatte. Die "HuffPo"-Chefin sagte im "Handelsblatt"-Interview (Mittwochsausgabe): "Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell in der Regel nicht. Noch nie hatten wir irgendwelche Beschwerden darüber, dass wir Inhalte weggenommen haben."

Arianna Huffington hat den Seitenhieb von Springer-Boss Mathias Döpfner gekontert, der die "Huffington Post" jüngst als "Anti-Geschäftsmodell für Journalismus" bezeichnet hatte. Die "HuffPo"-Chefin sagte im "Handelsblatt"-Interview (Mittwochsausgabe): "Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell in der Regel nicht. Noch nie hatten wir irgendwelche Beschwerden darüber, dass wir Inhalte weggenommen haben."

Döpfner begründete seine unmissverständliche Aussage damit, dass die "HuffPo" "unseren Ansichten von den Urheberrechten der Autoren und den Leistungsschutzrechten der Verlagen widerspricht".

Arianne Huffington entgegnet: "Wir achten sehr darauf, dass wir immer die Quelle von allen Inhalten angeben und den Link zum originären Artikel veröffentlichen." Und sie sagt zum "Handelsblatt"-Autor Hans-Peter Siebenhaar weiter: "Wenn Sie eine starke Geschichte haben, dann wollen Sie, dass wir Sie aggregieren und auf Ihre Geschichte mit einem Link verweisen. Wir verschaffen Ihnen so mehr Klicks. Und jeder Journalist will doch, dass er von so vielen Leuten wie möglich gelesen wird, oder?"

Huffington stellt klar, dass man nur ein kurzes Intro der Geschichte verwende, das die Geschichte selbst ja nicht ersetzen könne. Die deutschen Verlage sollten sich also lieber auf die deutsche "HuffPo" freuen, die im Herbst dieses Jahres in Kooperation mit Tomorrow Focus Media (Hubert Burda Media) online gehen soll (kress.de vom 29. April 2013). Huffington verweist auf ihr E-Mail-Postfach: Sie würde jede Menge Links bekommen, "mit der Bitte, sie auf unsere Seite zu setzen".

"Bezahlschranken sind kompliziert"

Bezahlschranken, wie sie deutsche Zeitungen und Magazine zunehmend für ihre Inhalte aufbauen, aktuell die "Bild", hält Huffington für "eine komplizierte Sache". "Sie seien kein schlechtes Geschäftsmodell, aber sie eigneten sich "nur für Medien, deren Nutzer es gewohnt sind, für Inhalte zu zahlen". Den Preis, den die Zeitungen bezahlten, sei Trafficverlust. "Insgesamt ist es aber auch eine Generationsfrage. Meine 22-jährige Tochter beispielsweise ist grundsätzlich nicht bereit, für Inhalte zu zahlen. Sie weiß nur zu genau, wie sie umsonst Artikel aus der 'New York Times' bekommt", verrät Arianna Huffington.

"Großartiges Sprachrohr" für junge deutsche Blogger

Für die deutsche "Huffington Post" will sie "neue Stimmen entdecken [...]. Ich bin mir sicher, dass es viele junge Deutsche gibt, die etwas zu sagen haben. Das will ich lesen." Huffington möchte den hiesigen Bloggern dafür ein "großartiges Sprachrohr" bieten: "Wir reden dabei nicht über Exklusivität, das interessiert mich nicht sehr. Ich habe mir mit Hilfe von Burda gute Blogs in Deutschland über alle möglichen Themen angeschaut, sei es über Wein, Spiritualität oder was auch immer. Sie alle haben nur ein kleines Publikum. Wir wollen Ihnen anbieten, ihre Blogs auch auf unsere Site zu bringen, damit sie mehr Menschen erreichen."

"Start zur Bundestagswahl kein Zufall"

Dass die deutsche "HuffPo" zur Bundestagswahl starte, sei kein Zufall, betont Huffington: "Wir wollen eine Plattform für die Menschen bieten, ihre Meinung zur Wahl kundzutun." Am Ende des Interviews erklärt Huffington auch, warum sie nie in die Print-Branche gehen werden: Ihr Vater sei Journalist gewesen und habe immer neue Zeitungen gegründet. Diese hätten es alle nicht geschafft.

Ihre Kommentare
Kopf
Harald Müller

Harald Müller

Oplayo GmbH
CEO

29.05.2013
!

Wer gute Inhalte liefert ist dank Blogrolls & Co. bereits gut vernetzt. Und Innovation in der Content Distribution bietetn Tools wie REPOST http://primweb.de/repost/ - Die HuffPo ist primär ein Autoren-Ausbeutungs-Programm


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Weitere Beiträge zu diesem Thema
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.