Verleger hoffen auf Einigung bei "Tagesschau"-App: Buhrow will "ein Intendant zum Anfassen" sein

30.05.2013
 

Der WDR-Rundfunkrat hat Tom Buhrow als künftigen Intendanten des Senders vorgestellt. "Ich will ein Intendant zum Anfassen sein", versprach der 54-Jährige in der Pressekonferenz des Rundfunkrats in Köln. Er wolle "nach innen und außen Brücken bauen, das Land bereisen, von A bis Z". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe vor schwierigen Aufgaben.

Der WDR-Rundfunkrat hat Tom Buhrow als künftigen Intendanten des Senders vorgestellt. "Ich komme nach Hause", sagte der 54-Jährige zu Beginn der Pressekonferenz des Rundfunkrats in Köln. "Ich danke für das Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wurde - vor allem auch Eva-Maria Michel für die Unterstützung". Er freue sich auf seine Aufgaben im WDR, so der künftige WDR-Intendant.

"Ich will ein Intendant zum Anfassen sein", so Buhrow weiter. Er wolle "nach innen und außen Brücken bauen, das Land bereisen, von A bis Z". Der öffentlich-rechtliche Rundfunk stehe vor schwierigen Aufgaben. Doch gerade der WDR sei bestens dafür gewappnet, auch künftig durch gute Inhalte zu überzeugen und sich in der Medienlandschaft zu behaupten.

"Hohe Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft"

"Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit", so die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats, Ruth Hieronymi. "Die anstehenden programmlichen und finanziellen Herausforderungen erfordern eine zukunftsorientierte Idee des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und eine hohe Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft nach innen und außen. Dafür erfüllt Tom Buhrow alle Voraussetzungen und kann im WDR auf einer soliden Basis mit einer hochprofessionellen und engagierten Mitarbeiterschaft aufbauen."

Der WDR-Rundfunkrat hatte Tom Buhrow in seiner Sitzung am 29. Mai 2013 in Köln zum künftigen Intendanten des Westdeutschen Rundfunks und Nachfolger von Monika Piel gewählt (kress.de vom 29. Mai 2013). Für Buhrow stimmten 41 der 47 anwesenden Mitglieder. Insgesamt gehören dem Rundfunkrat 48 Vertreter aus gesellschaftlich relevanten Gruppen an. Die weiteren Bewerber erhielten vier Stimmen (Jan Metzger) sowie zwei Stimmen (Stefan Kürten). Die Amtszeit des Intendanten beträgt nach dem WDR-Gesetz sechs Jahre.

Die stellvertretende WDR-Intendantin, Eva-Maria Michel, hatte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter per Mail über die Wahl von Tom Buhrow informiert. Michel hatte dem künfigten Intendanten zuvor ihre Glückwünsche übermittelt und ihm die Unterstützung der gesamten Geschäftsleitung und der Kolleginnen und Kollegen des WDR zugesichert: "Ich freue mich auf eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Tom Buhrow", so Michel.

Zu welchem Termin Buhrow zum WDR wechseln wird, steht noch nicht fest. Er werde bereits in der kommenden Woche Gespräche führen, damit er sein Amt möglichst schnell antreten könne. Der WDR ist mit mehr als 4000 festen Mitarbeitern und einem Etat von mehr als einer Milliarde Euro die größte ARD-Anstalt.

Kandidaten für die Buhrow-Nachfolge bei den "Tagesthemen"

Wer Buhrow bei den ARD-"Tagesthemen" nachfolgt, ist noch unklar. Als Kandidaten werden Thomas Roth, 61, ARD-Korrespondet in New York, Ingo Zamperoni, 39, ständiger Vertreter von Buhrow und Caren Miosga bei den "Tagesthemen", und Reinhold Beckmann gehandelt, dessen Sendung 2014 im Ersten ausläuft.

"Die jetzige Situation trifft uns nicht unvorbereitet, und wir sind in einer sehr komfortablen Ausgangslage", schreibt Thomas Hinrichs, Zweiter Chefredakteur ARD-aktuell im "Tagesschau"-Blog. Mit  Miosga und Zamperoni sei man hervorragend  aufgestellt. Es bestehe also überhaupt kein Anlass zur Hektik. "Wir werden dabei verfahren, wie wir es immer halten bei ARD-aktuell: Zuverlässigkeit geht vor Schnelligkeit. Soviel kann man schon sagen: Die Lösung wird eine sehr gute sein."

Tagesschau-App: NRW-Verleger hoffen auf Einigung mit Buhrow

Die nordrhein-westfälischen Zeitungsverleger hoffen indes auf eine Einigung mit Buhrow über die umstrittene "Tagessschau"-App. Christian Nienhaus, Vorsitzender der NRW-Verleger, gratulierte Buhrow am Mittwoch in Aachen zur Wahl und fügte hinzu: "Ich hoffe, es gelingt im Gespräch mit Herrn Buhrow zu einer wirklichen Einigung darüber zu kommen, dass man die öffentlich-rechtlichen Online-Zeitungen so beschränkt, dass sie sich auf Bewegtbild konzentrieren." Die Pressevielfalt müsse auch in der digitalen Welt gesichert werden.

Die Verleger werfen den öffentlich-rechtlichen Sendern vor, mit der "Tagesschau"-Anwendung für iPad und andere Tablet-Computer ein kostenloses presseähnliches Angebot zu machen, das mit Gebührengeldern finanziert wird. Mehrere Verlage hatten die ARD deshalb verklagt. Das Landgericht Köln hatte die App zwar nicht verboten, am Beispiel einer Ausgabe aber festgestellt, dass sie presseähnlich sei. Die Vakanz beim WDR durch den Rückzug der bisherigen Intendantin Monika Piel habe eine Einigung bislang möglicherweise erschwert, meinte Nienhaus.

Ihre Kommentare
Kopf
Ralf E. Hansen

Ralf E. Hansen

Medienconsulter
Consulter Medien & Entertainment

31.05.2013
!

Neue TV Show : DfdIa - Deutschland fasst den Intendant an....garantiert nicht auf RTL...


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