"Völlig neues, flexibles Honorarmodell": "Golem.de" öffnet sich für Blogger und Autoren

03.06.2013
 

Erst vergangene Woche hatte sich Arianna Huffington an die hiesige Bloggerszene gewandt. Mit der deutschen "HuffPo", die im Herbst startet, möchte sie jungen Schreibern ein "großartiges Sprachrohr" bieten. Mit der Aussicht auf ein großes Publikum. An diesem Montag kündigt nun "golem.de" an, sich ebenfalls für Blogger und andere Autoren öffnen zu wollen.

Erst vergangene Woche hatte sich Arianna Huffington an die hiesige Bloggerszene gewandt. Mit der deutschen "HuffPo", die im Herbst startet, möchte sie jungen Schreibern ein "großartiges Sprachrohr" bieten. Mit der Aussicht auf ein großes Publikum (kress.de vom 29. Mai 2013). An diesem Montag kündigt nun "golem.de" an, sich ebenfalls für Blogger und andere Autoren öffnen zu wollen. Man verspricht "neue Vergütungsmodelle".

"Es geht uns darum, ein neues, zeitgemäßes Modell des Publizierens zu etablieren und unseren Lesern noch mehr relevante Inhalte zu bieten", schreibt die IT-News-Site in eigener Sache. Man argumentiert dabei ähnlich wie Huffington: Der einzelne Autor habe an Bedeutung gewonnen. Doch nicht jeder erreiche allein eine so große Öffentlichkeit wie professionelle Medien. Und die Leser müssten sich ihre Informationen an vielen verschiedenen Stellen zusammensuchen. "Wir haben uns gegenseitig viel zu bieten: die Autoren ihre Fachkompetenz in vielen Bereichen, ihre Leidenschaft und gute Vernetzung. Und wir unser journalistisches Können und die große Reichweite unserer Seite."

Die Macher wollen "ein neues Modell des Publizierens etablieren". Dazu habe man sich Gedanken über ein "völlig neues, flexibles Honorarmodell" gemacht - jenseits von Pauschal- oder Zeilenhonoraren. "Golem.de" wird den Autoren eine Beteiligung an den mit ihren Artikeln erzielten Umsätzen anbieten, zum anderen sollen die Autoren "wie es sich gehört genannt und verlinkt" werden. Wie viel Geld an Autoren ausgeschüttet werde, hänge von verschiedenen Faktoren ab: "Wie viele Leser erreicht ein Artikel, wie bekannt ist der Autor und wie viele Fans und Follower bringt er mit, wie viel Arbeit steckt in dem Artikel, wie viel Arbeit muss von uns in den Artikel gesteckt werden, wurde der Artikel bereits an anderer Stelle veröffentlicht und für wie wichtig halten wir ein Thema, ganz unabhängig von der damit erzielbaren Reichweite?"

Man schließe auch nicht aus, Projekte mit größerem Aufwand vorzufinanzieren. "Unsere Intention ist es nicht, möglichst günstig an Inhalte zu gelangen, sondern angemessene und damit höhere Honorare für gute Stücke zu bezahlen." Autoren sollen im Gegenzug etwas mehr Risiko übernehmen. "Diese veränderte Verteilung von Chancen und Risiken erlaubt es uns, die Kriterien für eine Veröffentlichung leicht zu verschieben und einen Artikel, an den der Autor glaubt und den wir für relevant halten, eher zu veröffentlichen als abzulehnen", heißt es auf "golem.de". Werde der Artikel gut gelesen, werde das Honorar höher ausfallen als bei einem vorher vereinbarten festen Honorar. Interessiere der Artikel die Leser nicht, entstünden für "golem.de" weniger Kosten, der Autor gehe aber auch nicht leer aus. "golem.de" will den Autoren Einblick in die Klick-Statistiken geben. 

Mit der Ankündigung startet das Projekt in die Betaphase. Die Redaktion nimmt unter artikel(at)golem.de Artikel, Vorschläge und Bewerbung entgegen.

"Golem.de" zählt rund 12 Millionen Visits und 42 Millionen Page-Impressions im Monat und erreicht laut AGOF 1,8 Millionen Unique User. Die Homepage wird nach nach Angaben von "golem.de" jeden Werktag rund 600.000-mal abgerufen. Durch Werbung finanziert sich die Site. Die Anzeigenvermarktung soll jedoch "in Zukunft durch Zahlungsoptionen ergänzt werden". 

Bis 2011 gehörte das IT-News-Portal zu Holtzbrinck. Dann griff Computec Media ("SFT", "PC Games") zu.

Ihre Kommentare
Kopf

Dieter Cohnen

03.06.2013
!

Liebe Golem.de Menschen.

Euer Vergütungsmodell ist nicht neu. Wir praktizieren es bereits bei unserem neuen Magazin. Es ist eine - wie ich finde - faire Verteilung des Risikos WIE des Erlöses auf die Leute, die entscheidend dazu beitragen, dass ein Produkt erfolgreich ist. Sowohl auf den herausgebenden Verlag (der ja schließlich auch Risiken und Kosten hat) wie auf die Autoren, deren Kosten sich nicht auf die Arbeitszeit beschränkt, die sie mit Schreiben verbringen. Auch bei den Erlösen teilen.


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