Apple entstaubt iOS und startet iTunes Radio

Er hat es getan: Apple-Designer Jony Ive hat das Betriebssystem iOS in der siebten Version vom Holz-, Leder- und Filz-Zierrat befreit. Was Apple auf der Entwicklerkonferenz WWDC zeigte, kann auch auf den ersten Blick gefallen: iOS 7 kommt flachgebügelt daher, mit viel Transparenz, animierten Übergängen und Gimmicks wie Icons, die sich beim Schwenken des iPhones, vor dem Hintergrund bewegen. Doch ein Trendsetter ist iOS 7 nicht - Apple rennt Microsoft und Google hinterher, die mit Windows Phone und Android (seit der Version Ice Cream Sandwich) für eine klare Designsprache ohne Ornamente stehen.

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Am aus den sechs vergangenen iOS-Generationen bekannten Icon-Raster ändert sich nichts. Wer auf etwas Smartes wie Widgets (Android) oder Live Tiles (Windows Phone) gehofft hatte, wurde enttäuscht. Jedoch hat Ive bei der Generalüberholung - der ersten seit Einführung des ersten iPhones - jedes Icon angefasst und vereinfacht. Ganz stimmig wirkt das Ergebnis nicht immer, schaut man sich beispielsweise das Icon für die Kamera an. Manche Icons sind zudem ohne Begleittext unverständlich: Ein Beispiel ist das Game Center. Google kann das mittlerweile besser.

Aufgebohrt wurden die Benachrichtigungen. Sie stehen fortan auch auf dem Sperrbildschirm zur Verfügung. Multitasking, bisher einigen Apps vorbehalten, kann in iOS 7 von allen Apps genutzt werden. Damit es den Akku nicht zu sehr belastet, lernt das Betriebssystem, wann der Nutzer welche Apps (beispielsweise Facebook oder einen RSS-Reader) benutzt und aktualisiert sie entsprechend.

Neu ist das Control Center, das mit einem Wisch vom unteren Displayrand nach oben zutage befördert wird. Es bietet Zugriff auf Helligkeitseinstellung, Fulgzeugmodus, Medienwiedergabe und Ähnliches.

Siri lernt, mit männlicher Stimme zu sprechen und antworten aus dem Fundus von Wikipedia, Twitter und Bing(!) wiederzugeben. Hübscher ist sie bzw. er auch geworden. Evolution statt Revolution trotz alledem.

Dass bei so vielen (kosmetischen) Änderungen viele der für iOS 6 entwickelten Apps wie aus einer anderen Zeit wirken, will Apple mit einem Leitfaden angehen. In ihm leitet der Konzern Entwickler an, möglichst das gesamte Display zu nutzen und auf zu viel Verläufe und realistischen Schnickschnack zu verzichten. Das User Interface solle lediglich eine "unterstützende Rolle" spielen.

Entwickler können iOS 7 ab sofort auf ihrem iPhone installieren. Eine Version für das iPad ist für die kommenden Wochen versprochen. Endkunden bekommen iOS 7 im Herbst - vermutlich zeitgleich mit dem neuen iPhone.

Apple stellt iTunes Radio vor

Statt "iRadio" hat Apple dann iTunes Radio vorgestellt. Es ist aber, was im Vorfeld spekuliert wurde: ein Streaming-Dienst wie Pandora oder die Radio-Funktion von Spotify, der basierend auf Liedern, Künstlern, Genres oder Themen Kanäle erstellt, die Nutzer dann auf ihrem iOS-Gerät oder in iTunes auf Mac und PC anhören können. Der Dienst ist kostenlos und werbefinanziert. Start ist im Herbst, allerdings nur in den USA.

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