Über 50 Arbeitsplätze betroffen: Druckstandort Schwerin wird geschlossen

 

Der Zeitungsverlag Schwerin macht den Druckstandort Schwerin dicht und lässt die "Schweriner Volkszeitung" ab März 2014 in Wittenburg drucken. Von der Schließung betroffen sind mehr als 50 Arbeitsplätze. Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat mit Entsetzen und Enttäuschung auf die Schließung reagiert. 

Der Zeitungsverlag Schwerin macht den Druckstandort Schwerin dicht und lässt die "Schweriner Volkszeitung" ab März 2014 in Wittenburg drucken. Von der Schließung betroffen sind mehr als 50 Arbeitsplätze im Anzeigensatz, in der Druckplattenherstellung, im Druck, im Versand und der Werkstatt. In Schwerin werden dann neben der Mantelredaktion, der Lokalredaktion und Geschäftsstelle Schwerin nur noch jeweils zehn Mitarbeiter im Anzeigenverkauf und Vertrieb sowie die Geschäftsführung und Zeitungszusteller beschäftigt sein.

"Verlags- und Druckereistandort Schwerin ist regelrecht ausgeblutet worden"

Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow hat mit Entsetzen und Enttäuschung auf die Schließung reagiert. "Seit der Übernahme durch den Schleswig-Holsteinischen-Zeitungsverlag (sh:z) im Jahre 2005 ist der Verlags- und Druckereistandort Schwerin regelrecht ausgeblutet worden. Was mit der Verlagerung und Schließung von Verlagsgeschäftsbereichen nach Flensburg begonnen und mit der Ausgliederung der Mantelredaktion an einen Dienstleister längst  journalistische Kernbereiche erfasst hat, findet mit der Schließung der Druckerei in Schwerin einen traurigen Höhepunkt."
 
Und weiter sagt Gramkow: "Technik und Menschen wurden hier auf Verschleiß gefahren und danach einfach ausgemustert. Der Verlust von 52 hochqualifizierten und gut bezahlten gewerblichen Arbeitsplätzen ist für die Landeshauptstadt ein schwerer Verlust und richtet am Medienstandort Schwerin großen Imageschaden an". Eine Heimatzeitung, die gewerbliche und journalistische Arbeitsplätze durch Produktionsverlagerung und Fremdsteuerung vernichtet bzw. gefährdet, müsse sich nicht wundern, wenn ihr die Verankerung in der Region und bei den Lesern Stück für Stück verloren ginge.

"Druckereitechnik in Schwerin veraltet, fehleranfällig und reparaturbedürftig"

Andreas Gruczek, Geschäftsführer des Zeitungsverlages Schwerin, führte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa wirtschaftliche Gründe für die Schließung an. Die Druckereitechnik in Schwerin sei veraltet, fehleranfällig und reparaturbedürftig.

In Wittenburg habe der Verlag modernere Maschinen gekauft. Damit soll die "Schweriner Volkszeitung" auf das kleinere "Berliner Format" umgestellt werden. Mittelfristig bedeute die Verlagerung der Druckerei und die Umstellung des Formates der "SVZ" eine Chance für das Verlagsunternehmen, sagte der Geschäftsführer. "Das Berliner Format ist leserfreundlicher und zukunftsorientiert." Für die über 50 Druckerei-Beschäftigten gebe es einen Sozialplan.

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