VPRT trommelt für Pay-TV-Einigkeit: "Die Erfolgsgeschichte fängt gerade erst an"

 

Es war ein Familientreffen, bei der die "Ehrenwerten" auf neutralem Boden im Hinterzimmer zusammenkamen. Und das erstmalig, mehr oder weniger vollzählig und friedlich. Der Privatsenderverband VPRT strich in München mit führenden Pay-TV-Unternehmern den Wachstumskurs der Bezahlbranche heraus. 1,8 Mrd Euro werden in Deutschland jährlich mit Pay-TV umgesetzt - Tendenz stetig steigend. 

Es war ein Familientreffen, bei der die "Ehrenwerten" auf neutralem Boden im Hinterzimmer zusammenkamen. Und das erstmalig, mehr oder weniger vollzählig und friedlich. Der Privatsenderverband VPRT strich in München mit führenden Pay-TV-Unternehmern den Wachstumskurs der Bezahlbranche heraus. 1,8 Mrd Euro werden in Deutschland jährlich mit Pay-TV umgesetzt - Tendenz stetig steigend. 

"Pay-TV ist im deutschen Massenmarkt angekommen"

Angesichts der Tatsache, dass es seit einem Vierteljahrhundert - mit bekanntlich sehr wechselvollen Erfolgsgeschichten - Pay-TV-Sender in Deutschland gibt, war das vom Arbeitskreis Digital Pay-TV unter Führung von Sabine Christmann von Sky angeregte Treffen überfällig. "Wir haben es geschafft, uns als dritte Säule im deutschen Fernsehmarkt zu etablieren", sagte die Managerin, die bei der Plattform den sperrigen Titel Director Regulatory Affairs & Public Policy führt. Exakt vier Jahre nach der Umfirmierung in Sky steht für sie fest: "Pay-TV ist im deutschen Massenmarkt angekommen." 

Über 9 Mio Zuschauer nutzen täglich Pay-TV-Programme

Laut Frank Giersberg, Leiter Marktentwicklung beim VPRT, nutzen in Deutschland über 9 Mio Zuschauer täglich Pay-TV-Programme, was 13 Prozent der von der AGF erfassten TV-Haushalte entspricht. Alle Plattformen zählen für Deutschland zusammen 6,1 Mio Abonnenten. 6,8 Mio sind es im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Zahl der einschlägigen Programme ist von 26 im Jahre 2003 auf aktuell 89 Programme angestiegen. HD-Programme gibt es mittlerweile 57 deutschlandweit - weiteres Wachstum wird ebenfalls erwartet. 

Dennoch ist mit weiteren nahezu inflationären Sendergründungen nicht zu rechnen, wie der VPRT betonte. "Seit 2007 gibt es einen nicht mehr so großen Trend hin zu Neugründungen", sagte Frank Giersberg auf dem Treffen. Turner-Chef Hannes Heyelmann, der mit seinen mittlerweile fünf Sendern den Markt erst relativ spät betrat, hält weitere Neustarts auch für schwierig. Für die bestehenden Player sieht auch er große Wachstumschancen.

Heyelmann: "Uns reicht der Status Quo noch nicht"

"Die Erfolgsgeschichte fängt erst jetzt an", sagte Heyelmann. Erstmalig werden entsprechende Angebote nicht mehr nur auf Bundesliga-Fußball reduziert - und fleißig weiterempfohlen. "Wir sind uns sicher, dass der Markt weiter wächst, sonst hätten wir hier nicht investiert", sagte er und fügte an: "Uns reicht der Status Quo noch nicht." Ob oder möglicherweise wann Turner in Deutschland profitabel arbeitet, wollte er nicht beantworten.

Dennoch ist der Optimismus groß: "Pay-TV hat einen Coolness-Faktor bekommen", so der Turner-Chef. Er erwartet einen Anstieg der Pay-TV-Penetration auf 30% der deutschen TV-Haushalte. Derzeit liegt er bei rund 17%. 

Marktbereinigung unter Pay-Programmen erwartet

Dennoch warnten am Tisch, an dem auch Universal Networks-Chefin Katharina Behrends, Mainstream Media-Gründer Gottfried Zmeck (laut Eigeneinschätzung ein "sehr aktiven Pay-TV-Veteran) und Sky-Kommunikationsschef Wolfram Winter saßen, einige vor "Marktbereinigungen", die spätestens in drei Jahren einsetzen würden. 

Sky-Mann Winter betonte zwar, dass "mittlerweile viel weniger Strategien im Markt sind, uns gegenseitig zu schaden". Und außerdem erwartet er auch weitere HD-Sender für die Plattform - und sogar noch mehr: "Mich würde es nicht wundern, wenn wir in ein bis zwei Jahren den ersten Ultra-HD-Sender haben", sagte er. 

Dennoch ist auch die Markenpflege und die Arbeit am jeweiligen Senderprofil ein Gebot der Stunde. "Wir müssen jedes Jahre Qualitätsverbesserung betreiben", so Katharina Behrends.

Wann wird Glitz bei Sky aufgenommen?

Für Kollegen Heyelmann, der mit seinem Frauensender Glitz bislang noch nicht Eingang auf der größten deutschen Pay-Plattform gefunden hat, steht der Endpunkt der Ausdehnung im Sky-Angebot jedenfalls jetzt schon fest: "Der ist erreicht, sobald Glitz bei Sky vertreten ist", sagte er augenzwinkernd. Familienfriede bleibt etwas, an dem man arbeiten muss.

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