Zwischen Pseudoexklusivität und Pionierarbeit: "das aktuelle sportstudio" wird 50

 

Die testosterongeschwängerte Diskussion, die sich Christoph Daum, Uli Hoeneß, Jupp Heynckes und Udo Lattek 1989 live im "aktuellen sportstudio" (ZDF) lieferten, ist legendär (Foto). Sie wird aber wohl einmalig bleiben. Denn der Dauerbrenner der deutschen Fernsehunterhaltung hat in den letzten Jahrzehnten an Klasse verloren, finden Branchenbeobachter.

Die testosterongeschwängerte Diskussion, die sich Christoph Daum, Uli Hoeneß, Jupp Heynckes und Udo Lattek 1989 live im "aktuellen sportstudio" lieferten, ist legendär (Foto). Sie wird aber wohl einmalig bleiben, muss selbst ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz zugeben. Der Dauerbrenner der deutschen Fernsehunterhaltung hat in den letzten Jahrzehnten an Klasse verloren, finden Branchenbeobachter – trotz aller Bewunderung für die Pionierarbeit, die "das aktuelle sportstudio" vor allem in den 60er- bis 80er-Jahren für das deutsche Sportfernsehen geleistet hat.

"Das größte Problem ist die unterschiedliche Qualität der Moderatoren", sagt etwa "kicker"-Chefredakteur Jean-Julien Beer. "Es war sehr ungewöhnlich, wie herausragend gut der neue Moderator Sven Voss zuletzt auf seinen Studiogast Matthias Sammer vorbereitet war." Für Insider mache das Lust auf mehr, so Beer. Das ZDF ehrt das Format, das am 23. August 1963 zum ersten Mal angepfiffen wurde, mit einer Jubiläumssendung, die es am 10. August ab 22 Uhr live ausstrahlen wird.

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Die Studiogespräche gehören außer der Eröffnungsmusik von Max Greger und dem Torwandschießen ("drei unten, drei oben") zu den unverrückbaren Pfeilern der rund 75 Minuten langen Sendung. Der Sendeplatz hingegen zählt nicht dazu. Als das ZDF 2010 die Ausstrahlung am Samstagabend von 22 auf 23 Uhr verschob, hagelte es Kritik. Und dass mittlerweile der König Fußball die Sendung regiert, trifft auch nicht bei allen Sportfans auf Gegenliebe. Hinzu kommt die Pseudoexklusivität des Formats. "Die Sendung hat wegen der Fußballlastigkeit und des auf 23 Uhr verlegten Sendetermins kaum einen Newswert mehr", sagt Michael Schaffrath, Leiter des Arbeitsbereichs für Medien und Kommunikation an der Sportfakultät der TU München. Auch die Qualität der Gäste hat aufgrund der Vielzahl der Bundesliga-Sendungen in den vergangenen Jahren nachgelassen. Für den Blogger und Journalisten Jens Weinreich sind "Larifari-Gespräche mit irgendwelchen Fußballern kein Journalismus, sondern allenfalls Promotion für die Fußball-Bundesliga".

Wenn Sie wissen wollen, wie ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz und Oliver Schmidt, Redaktionsleiter des "aktuellen sportstudios", auf diese Kritik reagieren, sollten Sie den kressreport abonnieren. In der aktuellen Ausgabe, die am 12. Juli erscheint, lesen Sie die ganze Geschichte.

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