Anke Schäferkordt über die Lage bei RTL: "Natürlich sind wir nicht zufrieden"

18.07.2013
 

In einem Interview mit dem am Freitag dieser Woche erscheinenden "manager magazin" äußert sich Anke Schäferkordt (50), Ko-Vorstandschefin der RTL Group und Vorstandsmitglied von Bertelsmann, u.a. zu den schlechten Quoten bei RTL: "Natürlich sind wir mit den aktuellen Marktanteilen von RTL nicht zufrieden."

In einem Interview mit dem am Freitag dieser Woche erscheinenden "manager magazin" äußert sich Anke Schäferkordt (50), Ko-Vorstandschefin der RTL Group und Vorstandsmitglied von Bertelsmann, zu den schlechten Quoten bei RTL und ihre Pläne mit dem Marktführer, dessen Publikumszuspruch im Juni auf den zweitschlechtesten Wert seit 1991 sank. "Natürlich sind wir mit den aktuellen Marktanteilen von RTL nicht zufrieden", sagte Schäferkordt. "Durch Gewinne bei Vox, RTL II und RTL Nitro haben wir mit der gesamten Senderfamilie den Abstand zu unseren Wettbewerbern im ersten Halbjahr dagegen vergrößert."

Dass der Konkurrent ProSieben den Kölnern so nah gerückt ist wie nie zuvor (kress.de vom 1. Juli 2013), lässt Schäferkordt kalt. Dies sei lediglich im vergangenen Monat der Fall gewesen: "Wir investieren bereits seit vielen Monaten intensiv in die Programmentwicklung. Und mit den Spielen der Fußball-Nationalmannschaft im Vorfeld von EM 2016 und WM 2018 ist uns wohl ein echter Coup gelungen." Die Senderechte für die 20 Spiele sollen knapp 100 Millionen Euro kosten (kress.de vom 11. Juli 2013). Schäferkordt sieht die Investition auch als Imagepflege: "Wir investieren mit den Liverechten gezielt in die Marke RTL." Hinzu käme, dass die Qualifikationsspiele "nicht in den werbeschwächeren Sommermonaten stattfinden, sondern auch in der umsatzstarken TV-Saison. Mit dieser Alleinstellung haben diese Livespiele für uns eine deutlich höhere Attraktivität."

Die Einführung der RTL-Group-Aktien an der Frankfurter Börse Ende April (kress.de vom 30. April 2013) sei "ein voller Erfolg und der Abschlag auf den damaligen Handelskurs im Vergleich zu anderen IPOs sehr gering" gewesen. Dass sich seither die Aktienkurse der RTL-Group-Konkurrenten ITV in Großbritannien und Mediaset in Italien besser entwickelt haben, ficht Schäferkordt nicht an: "Die Mehrheit der jüngsten Analystenberichte empfiehlt den Kauf der RTL-Aktie."

Auch einen möglichen Interessenkonflikt als Chefin der RTL Group und Vorstandsmitglied des Hauptgesellschafters Bertelsmann, zumal nachdem der seinen Anteil auf 76,4 Prozent gesenkt hat, erkennt sie nicht an: "Die Anteilsreduzierung hat in dieser Hinsicht die Lage nicht verändert, weil Bertelsmann weiterhin eine qualifizierte Mehrheit hält. Natürlich arbeitet die Führung der RTL Group im Interesse aller Aktionäre. Es gab keine Interessenkonflikte."

Hintergrund: RTL-Programmgeschäftsführer und Schäferkordt-Nachfolger Frank Hoffmann sagte jüngst in einem Interview: Die Fernsehlandschaft habe sich durch die Digitalisierung verändert. Früher sei sie durch wenige Hochhäuser geprägt worden. Mittlerweile seien viele Bungalows dazugekommen. "Und wir müssen ehrlich sein: Das Hochhaus RTL wurde um das Penthaus gekürzt. Das ist weg", so Hoffmann.

Ihre Kommentare
Kopf

Glu3

18.07.2013
!

Wenn wundert es - schlechte Formate werden von den Privaten sowie von den rechtlich-öffentlichen am Fließband produziert. Und da wundern sich die Verantwortlichen über einen Quotenschwund?

Kein Wunder, dass man lieber auf quotenstarke Programm-Highlights wie anerkannte Sport-Events setzen möchte, um überhaupt noch den Fuß am Ball halten zu können. Aber dass ist jedoch auf Dauer nicht des Rätsels Lösung.


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