900-Mio-Dollar-Abschreibung: Microsoft zahlt Lehrgeld für Surface RT

 

Die massive Preissenkung für das Tablet Surface RT zwingt Microsoft dazu, 900 Mio US-Dollar auf die Lagerbestände abzuschreiben. Seit Mitte Juli verkauft Microsoft das Tablet rund ein Drittel günstiger: in Deutschland für 329 Euro statt 479 Euro.

Die massive Preissenkung für das Tablet Surface RT zwingt Microsoft dazu, 900 Mio US-Dollar auf die Lagerbestände abzuschreiben. Seit Mitte Juli verkauft Microsoft das Tablet rund ein Drittel günstiger: in Deutschland für 329 Euro statt 479 Euro.

"Diese Ergebnisse enthalten eine 900-Mio-Dollar-Abschreibung, die mit Anpassungen am Lagerbestand des Surface RT zusammenhängen", gibt Microsoft in seinen Zahlen für das vierte Quartal seines Geschäftsjahres zu. Das Surface Pro, in dem ein Intel-Prozessor steckt, ist davon nicht betroffen.

Anders als das Surface Pro kann das RT keine traditionellen Windows-Programme ausführen. Es ist dafür dünner und die Akkulaufzeit ist länger als beim Pro: Möglich macht das ein stromsparender ARM-Prozessor, der in fast jedem Smartphone, im iPad und in vielen Android-Tablets steckt.

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Doch seinen Ausflug ins ARM-Gefilde bezahlt Microsoft nun teuer: Das Surface RT wurde zum erklärungsbedürftigen Produkt, denn sein Betriebssystem Windows RT sieht aus wie Windows 8, führt aber -wie beschrieben - nur Programme aus, die für die neue Kachel-Oberfläche geschrieben wurden. Offensichtlich wollten die Kunden keine knapp 500 Euro ausgeben, um ein in vielen Augen "halbes" Windows zu bekommen, denn Sinn von traditionellen Windows-Programmen auf einem Tablet außer Acht gelassen. Auf den Markt kam das Surface RT vergangenen Herbst.

Finanzchefin Amy Hood hofft, dass sich das Gerät nach der Preissenkung besser verkauft, wie sie in der Telefonkonferenz anlässlich der Quartalszahlen sagte. Den Stecker ziehen möchte Microsoft nicht: Das Surface sei ein Teil der Strategie, überzeugende Windows-Geräte für eine moderne Zeit auf den Markt zu bringen. Ein Feintuning der Strategie sie jedoch nicht ausgeschlossen.

Insgesamt steigerte der Software- (und zunehmend auch Hardware-)Konzern den Umsatz zwischen April und Juni 2013 um 10% auf 19,9 Mrd Dollar. Der Nettogewinn betrug 4,96 Mrd Dollar, der um Sonderposten bereinigte Gewinn je Aktie 0,66 Dollar. Analysten mit einem Gewinn pro Aktie von 0,75 Dollar und einem Umsatz von 20,7 Mrd Dollar gerechnet. Der Aktienkurs schmierte nach Bekanntwerden der Zahlen um über 6% ab.

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