Hängepartie droht: Erste Tarifrunde Zeitungen ohne Ergebnis beendet

19.07.2013
 

Ohne konkrete Ergebnisse ist am Freitagnachmittag in Frankfurt am Main die erste, knapp vierstündige, Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Zeitungsverlegern des BDZV und den Gewerkschaften Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und dju in ver.di geendet.

Ohne konkrete Ergebnisse ist am Freitagnachmittag in Frankfurt am Main die erste, knapp vierstündige, Runde der Tarifverhandlungen zwischen den Zeitungsverlegern des BDZV und Deutscher Journalisten-Verband (DJV) und dju in ver.di geendet. Die Gewerkschaften vertreten die Interessen von rund 14.000 Journalisten.

Der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf, erklärte anlässlich der Auftaktrunde zu den Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag und den Manteltarifvertrag für Redakteure an Tageszeitungen, dass ein modernes, zukunftsfähiges Tarifwerk diesen Umständen Rechnung tragen müsse. Dabei ließen sich, so Wallraf, die Gehaltsvorstellungen der Gewerkschaften nicht von den übrigen Verhandlungsgegenständen trennen - im Vorfeld hatte der DJV eine Erhöhung um sechs Prozent gefordert, die dju ein Plus von 5,5 Prozent.

Die Zeitungsverleger strebten, betonte der BDZV-Verhandlungsführer, eine Paketlösung an. Der Abschluss eines neuen Flächentarifvertrags liege im Interesse aller Verhandlungspartner. Voraussetzung sei jedoch der Umbau des bestehenden Tarifsystems, in dem sich aktuell die Arbeitswirklichkeit in den Redaktionen nicht mehr widerspiegele. Auch müsse der Flächentarifvertrag den unterschiedlichen wirtschaftlichen Lebensbedingungen in den verschiedenen Regionen Deutschlands Rechnung tragen.

"Journalisten haben eine Hängepartie nicht verdient"

Von Verlegerseite sei bei den Verhandlungen allgemein über die Einführung regionaler Tarifstrukturen gesprochen worden, die an die jeweilige Kaufkraft gekoppelt sein sollten, teilte der DJV am Freitagnachmittag mit. "Den Widerspruch zwischen Regionalisierung und Flächentarifvertrag konnte der BDZV nicht auflösen", kritisierte DJV-Verhandlungsführer Kajo Döhring.

Als weitere Themen für die Tarifverhandlungen hätten die Verleger Veränderungen beim Jahresurlaub, bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Bindung der Berufsjahrstaffeln an Leistungskomponenten genannt. Die Forderung des DJV nach sechs Prozent mehr Gehalt bzw. Honorar für die Zeitungsjournalisten hätte der BDZV als überzogen benannt (kress.de vom 23. April 2013). Über höhere Gehälter und Honorare werde nur im Zusammenhang mit anderen Tarifthemen verhandelt.

"Wir bleiben dabei: sechs Prozent mehr für die Kolleginnen und Kollegen und Einbindung der Onliner in die Tarifverträge", bekräftigte Döhring. "Die persönlichen Leistungen der Journalisten dürfen von den Verlegern nicht missachtet werden. Eine Hängepartie in den Verhandlungen haben sie nicht verdient.“ Der DJV-Verhandlungsführer erwartet, dass die Verleger zur nächsten Verhandlungsrunde "konkrete Vorschläge" vorlegen.

Als neuer Verhandlungstermin wurde der 23. August in Frankfurt vereinbart.

Ihre Kommentare
Kopf

Karl Jobig, PDE Dresden

19.07.2013
!

Der DJH - Verhandlungsführer sollte wissen, mehr Geld für viele,
kostet immer einer Anzahl der Kollegen den Job. Die werden wegen Kostensteigerung einfach wegrationalisiert. Wann begreifen Gewerkschaftler endlich, dass eine Art "Boni für Alle" der bessere Weg ist. Geht's dem Verlag gut, verdient er Geld, dann kann geräuschlos Gewinnbeteiligung gezahlt werden. Die alten Lohnrituale sind überholt.


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