Friede Springer zum Zeitungsverkauf: "Logische Konsequenz aus der Entwicklung des Marktes"

28.07.2013
 

"Auch wenn ich die Entwicklung des Marktes sehe und die logischen Konsequenzen, die sich daraus für uns als Zeitungshaus ergeben, fallen mir solche Entscheidungen ungemein schwer." Friede Springer, Mehrheitsaktionärin der Axel Springer AG, hat sich in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zum spektakulären Verkauf von Regionalzeitungen und Zeitschriften des Springer-Verlags geäußert.

"Auch wenn ich die Entwicklung des Marktes sehe und die logischen Konsequenzen, die sich daraus für uns als Zeitungshaus ergeben, fallen mir solche Entscheidungen ungemein schwer." Friede Springer, Mehrheitsaktionärin der Axel Springer AG, hat sich in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zum spektakulären Verkauf von Regionalzeitungen und Zeitschriften des Springer-Verlags geäußert.

"Ich bin seit 28 Jahren im Aufsichtsrat aktiv. Ich verfolge die Entwicklung auf dem Zeitungsmarkt seit Jahren uns sehe täglich Zahlen", so Friede Springer.

"Welt- und Bild-Gruppe werden nicht angetastet"

Mit Blick auf die Geschichte und das Geschäftsmodell des Verlagshauses sagt sie auch: "Das Alte ist vergangen. "Wirklich vergangen." Ganz aus dem publizistischen Geschäft und damit aus dem Journalismus will sie sich gleichwohl nicht zurückziehen. "Die Bild- und die Welt-Gruppe bauen wir weiter aus, wir stärken sie - im Bereich von Print und Online", sagt die Verlegerwitwe. Und wird noch deutlicher: "Solange ich als Mehrheitsaktionärin hier etwas zu sagen und mitzubestimmen habe, werden die Welt und Bild-Gruppe nicht angetastet.

Vergangene Woche hatte der Konzernvorstand verkündet, einen Großteil seiner Zeitungen für 920 Mio Euro an die Essener Funke Mediengruppe zu verkaufen (kress.de vom 25. Juli 2013). Dazu gehören die "Hörzu" und das "Hamburger Abendblatt" - jene Titel also, die den Aufstieg des Hamburger Verlegers Axel Springer zu Deutschlands mächtigstem Zeitungsmacher begründeten. Axel Springer hatte kurz vor seinem Tod im Jahr 1985 seiner Frau Friede Springer 70% des Vermögens vermacht und sie in den Aufsichtsrat gehievt.

Verlagsverkauf in Frankreich

Indes hat die Axel Springer AG bestätigt, dass sich der Konzern auch von Print-Aktivitäten in Frankreich trennt. Der Verlag PGP werde an das Medienunternehmen Reworld Media verkauft. Ein Springer-Sprecher bestätigte einen entsprechenden Bericht des Branchenmagazins  "new business". PGP bringt Magazine in den Segmenten Frauen, Kochen und TV heraus. PGP trage nur einen Anteil im niedrigen einstelligen Prozentbereich zum Gesamtumsatz bei, betonte Springer.

Ihre Kommentare
Kopf

FGG

28.07.2013
!

Der Verkauf ist der Entwicklung des Marktes geschuldet? Für mich sieht es eher so aus, dass da jemand dringend Geld braucht. Wenn durch immense Kürzungen in den Redaktionsetats und den daraus geschuldetem Verlust an journalistischer Qualität die Auflagenzahlen schmelzen; dann ist der Verkauf, aus meiner Sicht, ganz sicher eine logische Konsequenz.


Wolf-Dieter Herrmann

Wolf-Dieter Herrmann

Freier Journalist und Moderator

28.07.2013
!

"Solange ich als Mehrheitsaktionärin hier etwas zu sagen und mitzubestimmen habe, werden die Welt und Bild-Gruppe nicht angetastet."

Und dann, sehr geehrte Frau Springer?

Hier erzählt Axel Springer über das Werden "seines" Zeitungshauses.
http://www.youtube.com/watch?v=uLbU8-bMU-I

Spannend, für MitarbeiterInnen, LeserInnen, Vorstände, Aufsichtsräte....

Der Springer Verlag auf dem Weg zur digitalen "Shoppingmall":
Volksautos, Volksreifen, Volksbrause, Volksbier, Volks....
JOURNALISMUS?!!


Wolfgang Golz

30.07.2013
!

Hier wird das große Erbe des Axel Springer, das Frau Springer immer hoch und heilig bewahren wollte, mal einfach so aus der Hand gegeben - wenn auch zu einem wohl ganz guten Preis.


Thomas Bauer

Thomas Bauer

TOM-Verlag
Verlagsleiter

31.07.2013
!

…warten wir doch mal ab, wann das ganze Paket zurechtgestutzt und auf billig saniert Friede Springer wieder in den Schoß fällt… Ein Verkauf per Kredit durch den Verkäufer + eine gemeinsame Vermarktung, das müffelt nicht ein bisschen das stinkt doch gewaltig nach (als Verkauf getarnter) Übernahme der ganzen milliardenschwer verschuldeten Funke-Gruppe. Wie soll denn Springer mit Marken digital Geld verdienen, an denen man keine Rechte hat? Es sei denn, die werden von Funke gewährt. ;-) Nachtigall?


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.