Springer schichtet Beteiligungen um: Rückzug bei Hamburg1, Zukauf bei Hamburg.de

 

Mit Vollgas weiter in die für manche Mitarbeiter vermutlich unschöne neue Medienwelt: Die Axel Springer AG zieht sich aus dem Ballungsraumsender Hamburg1 zurück. Der Medienunternehmer Frank Otto übernimmt den 27%-Anteil. Gleichzeitig stockt Mathias Döpfner beim Stadtportal Hamburg.de auf - von bislang 51 auf künftig 61,9%.

Mit Vollgas weiter in die für manche Mitarbeiter vermutlich unschöne neue Medienwelt: Die Axel Springer AG zieht sich aus dem Ballungsraumsender Hamburg1 zurück. Der Medienunternehmer Frank Otto übernimmt den 27%-Anteil. Gleichzeitig stockt Mathias Döpfner beim Stadtportal Hamburg.de auf - von bislang 51 auf künftig 61,9%.

Der Abschied vom Fernsehsender ist nach dem Rückzug bei TV Berlin, wo Springer zum Jahresende 2012 ausgestiegen war, durchaus konsequent. Allerdings gehört das Verlagshaus mit zu den Gründern des Projekts und war seit 1995 an Hamburg1 beteiligt. Nun stockt Frank Otto auf, der durchgerechnet bereits mit knapp 6,5% an dem Sender beteiligt ist. Zur Übernahme muss noch die zuständige Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein zustimmen.

Springer übernimmt HSH Nordbank-Anteile bei Hamburg.de

Die intensivierte Liebe zu allem Digitalen bei Springer schlägt in einer Anteils-Aufstockung beim Stadtportal Hamburg.de durch: Dort war Springer mit bislang 51,0% ohnehin Hauptanteilseigner. Nun kauft das Haus unter Mathias Döpfner die Anteile der HSH Nordbank auf - und hält dann künftig 61,9%.

"Wir wollen das führende digitale Medienunternhmen werden. Diesen Anspruch haben wir auch für unsere digitalen Aktivitäten in den Regionalmärkten", sagt Jens Müffelmann, Leiter Elektronische Medien bei Springer und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung von Hamburg.de. "Vor diesem Hintergrund erfolgt unser Engagement bei Hamburg.de konsequent entlang unserer Digitalisierungsstrategie."

"Weiterentwicklung" und "Internationalisierung" geplant

Erst im vergangenen Jahr hatten die Eigner, darunter auch die Freie und Hansestadt Hamburg selbst, die Seite einem Relaunch unterzogen. Nun soll sie offenbar weiter verändert und ausgebaut werden. Springer spricht davon, dass man sich auf "Kernpunkte für eine Weiterentwicklung des Stadtportals" verständigt habe. Geplant ist auch eine "Internationalisierung" von Hamburg.de. 

Der Anteilserhöhung muss noch die Hamburger Bürgerschaft zustimmen. Auch die Stadt Hamburg übernimmt HSH Nordbank-Anteile: Sie hält künftig 25,1% statt wie bislang 20,0% an Hamburg.de.

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