Laut "Spiegel": Intendanten von ARD/ZDF haben üppige Nebenverdienste

04.08.2013
 

Die Intendanten von ARD und ZDF verfügen durch ihre Tätigkeit in Aufsichtsgremien von Tochterfirmen der Sender über teils beträchtliche Nebeneinnahmen - und haben dadurch persönliche Einnahmen in einer Höhe, die etwa Beamten und Ministern nicht zustünden. Dies berichtet der "Spiegel".

Die Intendanten von ARD und ZDF verfügen durch ihre Tätigkeit in Aufsichtsgremien von Tochterfirmen der Sender über teils beträchtliche Nebeneinnahmen - und haben dadurch persönliche Einnahmen in einer Höhe, die etwa Beamten und Ministern nicht zustünden. Dies berichtet der "Spiegel". 

Nach dessen Informationen konnte etwa die kürzlich aus dem Amt geschiedene WDR-Intendantin Monika Piel ihr Einkommen im Jahr 2012 auf diese Weise um 58.922 Euro aufstocken. ZDF-Intendant Thomas Bellut erhielt im vergangenen Jahr 33.291 Euro zusätzlich - und da war er noch nicht das komplette Jahr im Amt. NDR-Chef Lutz Marmor kommt auf 27.000 Euro Zuverdienst jährlich (darunter auch Mandate bei zwei Banken und einer Versicherung), MDR-Intendantin Karola Wille 2012 auf knapp 22.000 Euro, SWR-Intendant Peter Boudgoust auf 14.000 Euro. Selbst der Chef des kleinen Saarländischen Rundfunks konnte noch gut 16.000 Euro im Jahr extra verbuchen. Dagmar Reim, die Chefin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, verdiente 12.000 Euro zusätzlich, von denen sie 3000 Euro spendete.

Diese Zahlen seien bislang nirgends veröffentlicht worden, erkläutert der "Spiegel". Erst auf Recherchen des Hamburger Nachrichtenmagazins hätten die Senderchefs nun reagiert und die Zahlen erstmals offengelegt. Es gebe allerdings Ansätze für ein Umdenken unter den Senderchefs. Ulrich Wilhelm, seit 2011 Chef des Bayerischen Rundfunks, habe von sich aus auf seine Bezüge bei den Tochterfirmen EuropoolTelepool und Bavaria Filmkunst verzichtet. Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, beziehe seit März keine Vergütung mehr für seine Tätigkeit im Aufsichtsrat der Sendertochter Bremedia. Karola Wille, seit knapp zwei Jahren Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks, hat dem Bericht zufolge schon vor einigen Monaten eine Untersuchung zu dem Thema bei der Compliance-Beauftragten des MDR in Auftrag gegeben.

Tom Buhrow, der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator und neue Chef der größten ARD-Anstalt, des WDR in Köln, bekommt zwar ein deutlich höheres Gehalt als Vorgängerin Monika Piel, nämlich inklusive Dienstwagen 367.232 Euro pro Jahr - was ihn zum neuen Spitzenverdiener unter den Senderbossen macht. Für seine Tätigkeiten in Aufsichtsgremien darf er jedoch maximal eine Gesamtsumme von 6000 Euro behalten, heißt es im "Spiegel".

Ihre Kommentare
Kopf
Ingo Köcher

Ingo Koecher

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG
Redakteur PROMOBIL/CARAVANING Test und Technik

04.08.2013
!

Wen bitte überrascht das noch? Ist es doch Usus, dass Zuverdienste gerne mitgenommen werden. Verwerflich wird es, sobald man berücksichtigt, dass die Möglichkeit derartiger Zuverdienste erst durch die Position der Person zustande kommt. Maß halten fällt jedem schwer. Dabei gaben Gehälter und Pensionen - ohne Zusatzeinnahmen - schon in den 1980er Jahren Anlass zu Kritik und waren kaum mehr zu vermitteln:http://tinyurl.com/nsqaf4u


Peter F. Meyer

04.08.2013
!

Die Rundfunk-Beiträge könnten wohl drastisch gesenkt werden, wenn die Amtsträger bei den Öffentlich Unrechtlichen wirklich nur das vertragliche Honorar verdienen dürften. Über 1.500 Haushalte zahlen ausschließlich das Gehalt von Tom Buhrow... ohne Worte.


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