ARD darf Krömer-Sendung zeigen: Matussek scheitert mit Klage vor dem Landgericht

 

"Spiegel"-Autor Matthias Matussek hat eine Niederlage kassiert: Das Landgericht Hamburg schmetterte seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung ab, mit der er die Ausstrahlung der "Krömer - Late Night Show" mit ihm als Gast verbieten wollte. Das berichtet der "Tagesspiegel". 

"Spiegel"-Autor Matthias Matussek hat eine Niederlage kassiert: Das Landgericht Hamburg schmetterte seinen Antrag auf eine einstweilige Verfügung ab, mit der er die Ausstrahlung der "Krömer - Late Night Show" mit ihm als Gast verbieten wollte. Das berichtet der "Tagesspiegel"

Moderator Kurt Krömer hatte ihn darin als "Puffgänger" bezeichnet (kress.de vom 7. August 2013). 

Das Gericht folgte den Argumenten des RBB, der die Sendung verantwortet, und erklärte, die Aussagen Krömers müssten im Kontext gesehen werden. "Isoliert betrachtet", argumentieren die Richter, würden die Begriffe "hinterfotziges Arschlosch" und "Puffgänger" möglicherweise einer formalen Beleidigung entsprechen. Matussek hätte sich als medienerfahrener Journalist aber über das Konzept der Sendung informieren können. Kurt Krömer sei nun mal eine "Kunstfigur" und bediene sich einer "bewusst distanzlosen Sprache, um Gäste zu provozieren."

So würden die Zuschauer die Aussagen Krömers nicht als Beleidigungen auffassen, sondern eher als "drastisches Stilmittel", zitiert der "Tagesspiegel" aus der Begründung der Richter. Daher handele es sich nicht um Beleidigungen - das Persönlichkeitsrecht des "Spiegel"-Autors sei nicht verletzt worden.

Anwalt: "Eine derartige Sendung ist kein rechtsfreier Raum"

Matusseks Anwalt Joachim Steinhöfel sieht das naturgemäß ganz anders: "Provokationen mögen in derartigen 'Shows' üblich sein. Dass heißt aber nicht, dass eine derartige Sendung ein rechtsfreier Raum ist, in dem das überrumpelte Opfer seine Persönlichkeitsrechte an der Garderobe abzugeben hat", sagt er dem "Tagesspiegel". Matussek sei der Situation ausgeliefert gewesen und habe gute Miene zum bösen Spiel gemacht. 

"Und die Intendanz des RBB klatscht Beifall"

Steinhöfel glaubt, dass Krömer in der nächsten Sendung "einen arglosen Gast als 'kinderschändenen Nazi' beschimpft", wenn man sich die Beleidigungen gefallen ließe. "Und die Intendanz des RBB klatscht Beifall zu dieser gelungenen Erfüllung des Programmauftrages", so der Anwalt.

Matussek will Fall vom Oberlandesgericht prüfen lassen

Matussek selbst will sich nicht zum Vorfall äußern, gibt aber auch noch nicht auf. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, zieht der Journalist nun vor das Oberlandesgericht, das sich noch am Freitag (9. August) mit dem Fall beschäftigen soll. Die Richter müssen schnell sein: Die Sendung ist für Samstag, den 10. August, fest eingeplant und soll ab 23.40 Uhr im Ersten laufen.

Der verantwortliche Sender RBB hält am Sendetermin fest: "An der Sendung ist nichts auszusetzen. Wir gehen davon aus, dass wir sie wie geplant ausstrahlen können", sagt Sendersprecher Justus Demmer.

Ihre Kommentare
Kopf

Theodor Fruendt

09.08.2013
!

Wer sagt was auf welchem Weg zu wem mit welchem Effekt? Das ist doch eh nicht gerichtsfähig...


piet

09.08.2013
!

Gut, dass der Sender RBB sich hinter Krömer stellt. Krömers Format ist bekannt - vor allem ein Medienmann wie Matussek sollte es kennen (das meint ja auch das Gericht) - hinzugehen und hinterher die Stellen herausstreichen lassen zu wollen, die einem nicht genehm sind, das geht mE nicht. Ich werde mir die Sendung am morgigen Samstag angucken - ist bestimmt lustig, weil Krömer so lustig ist.


Manfred Gorgus

Manfred Gorgus

SOLAR-professionell
Herausgeber

09.08.2013
!

Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass. Wenn ein Medienprofi wie Mathias Matussek ein Format betritt in dem es bekanntermaßen derbe zugeht und hinterher weinend vor Gericht zieht weil der Spielkamerad schlimme Wörrter gesagt hat, dann ist das einfach nur lächerlich. Herr Matussek verschwendet Zeit von Richtern und Gericht.


Thorsten Rector

Thorsten Rector

Dirk Rossmann GmbH
Dialogmarketing

11.08.2013
!

Ich habe die Sedung gesehen und verstehe die ganze Aufregung nicht. Krömer war nicht in Bestform, ich fand die ganze Folge sehr schlecht und wirklich unlustig. An Stelle von Matussek hätte ich aber nicht gkelagt - oder war das eine abgesprochene PR-Aktion der beiden?


birgit siegert

11.08.2013
!

Krömer ist doch bekannt für sein vor lautes Mundwerk und wenn man in einen Sendung geht muss man es mit sich geschehen lassen oder man sollte sich erkundigen was es für ein Moderator ist,für mich ist der Krömer sehr anstrengend ihn muss ich nicht haben und sehen


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