"Die funkelndste Feder von Axel Springer": Claus Jacobi ist tot

18.08.2013
 

Springer trauert um den Chefredakteur von "Welt" und "Bild", Claus Jacobi. "Ein Jahrhundert-Journalist ist tot. Ein Gentleman. Ein Hanseat. Ein großer Deutscher, die funkelndste Feder von Axel Springer. Einer wie keiner", schreibt Norbert Körzdörfer in der "Bild am Sonntag". Jacobi, 86, sei in seiner Geburtsstadt Hamburg eingeschlafen.

Springer trauert um den Chefredakteur von "Welt" und "Bild", Claus Jaobi. "Ein Jahrhundert-Journalist ist tot. Ein Gentleman. Ein Hanseat. Ein großer Deutscher, die funkelndste Feder von Axel Springer. Einer wie keiner", schreibt Norbert Körzdörfer in der "Bild am Sonntag". Jacobi, 86, sei in seiner Geburtsstadt Hamburg in den Armen seines Sohnes Sven eingeschlafen. Es sei eine Erlösung gewesen.

"Mit 34 wurde er jüngster Chefredakteur des 'Spiegel' - und ging mit Augstein ins Gefängnis für die Presse-Freiheit. Gletscher-Haar. Kaschmir-Jackett. Der Gang eines Generals. Er spazierte mit Albert Schweitzer im Dschungel über Ameisen. Er flog mit Bobby Kennedy im Jet. Er guckte mit Willy Brandt aus dem DDR-Erker von Erfurt. Er trank mit Richard Nixon zu Hause Wodka. Er schwamm mit Curd Jürgens und Gunter Sachs in Pools und Gläsern. Er saß mit Günter Netzer in der Sansibar. Mit Thomas Gottschalk feierte er die Jahrtausendwende in Malibu. Kanzler, Milliardäre, Geheimdienstler und Poeten klingelten an seiner Tür. Als Axel Springer 'Jaco' in seinem kleinen, weißen Reetdachhaus auf Sylt besuchte, seufzte er berührt: 'Mehr braucht ein Mensch nicht!'", heißt es in Körzdörfers Nachruf. Vor 18 Monaten sei Jacobis Frau Heike gestorben. "Der Winter seines Lebens begann."

Jacobis journalistische Karriere begann 1946: Er war Volontär, Redakteur und politischer Korrespondent des "Spiegel" in Bonn und Washington, von 1962 bis 1968 führte er das Magazin als Chefredakteur gemeinsam mit Johannes K. Engel. Danach folgten weitere Spitzenpositionen: Nach einem Ausflug zum "stern" fing Jacobi 1970 bei der "Welt am Sonntag" an. 1973 kam er zur Chefredaktion der "Wirtschaftswoche". Von dort aus ging er 1974 erneut zu Springer, wo er an der Redaktionsspitze von "Welt" und "Welt am Sonntag" stand. Die "Bild", bei der Jacobi Redaktionsdirektor war, prägte er mit seiner Kolumne "Mein Tagebuch".

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Kopf

Andreas Tsilis

18.08.2013
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Großer Respekt. Was für ein Leben!


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