Kompromiss durch veränderte Aufgaben? "Spiegel"-Ressortleiter wollen Blome nicht

26.08.2013
 

Der neue Chefredakteur, Wolfgang Büchner, hat es noch nicht geschafft, die Wogen beim "Spiegel" zu glätten. Bei einer Redaktionssitzung in Hamburg, bei der Büchner teilnahm, sprachen sich die "Spiegel"-Ressortleiter einstimmig gegen seinen Wunsch-Stellvertreter Nikolaus Blome aus. Dies berichten "FAZ" und "Welt" am Montag übereinstimmend.

Der neue Chefredakteur, Wolfgang Büchner, hat es noch nicht geschafft, die Wogen beim "Spiegel" zu glätten. Bei einer Redaktionssitzung in Hamburg, bei der Büchner teilnahm, sprachen sich die "Spiegel"-Ressortleiter einstimmig gegen seinen Wunsch-Stellvertreter Nikolaus Blome aus. Dies berichten "FAZ" und "Welt" am Montag übereinstimmend.

Büchner soll das Votum der Ressortleiter zur Kenntnis genommen haben. Er habe aber auf seiner Entscheidung bestanden. Man müsse Blome, der von der "Bild" zum "Spiegel" wechselt, eine Chance geben, er sei ein hervorragender Journalist.

Für Verwunderung habe Büchners Schilderung des künftigen Aufgabenfeldes Blomes gesorgt, schreibt Kai-Hinrich Renner in der "Welt". Die Funktionen des Neuen seien nicht mit denen der beiden stellvertretenden Chefredakteure Klaus Brinkbäumer und Martin Doerry zu vergleichen. Blome sei außerhalb des Berliner "Spiegel"-Büros, dessen Leitung er übernehmen soll, niemandem gegenüber weisungsbefugt.

"Spiegel"-Geschäftsführer Saffe soll laut Renner gegenüber dem Plenum gesagt haben, dass er sich für die Berufung Blomes im Einvernehmen mit allen Gesellschaftern entschieden habe. Gunther Latsch, stellvertretender Sprecher der Geschäftsführung des Hauptgesellschafters Spiegel Mitarbeiter KG habe entgegnet, darüber werde auf einer Info-Veranstaltung der KG an diesem Mittwoch zu sprechen sein. Angeblich soll Büchner auch alle Gesellschafter aufgefordert haben, sich bis Mittwoch mit der Berufung Blomes einverstanden zu klären.

"Für eine Berufung oder Abberufung - etwa des Chefredakteurs -, müsste es eine außerordentliche Versammlung der Mitarbeiter KG geben, um eine solche handelt es sich an diesem Mittwoch noch nicht". schreibt Michael Hanfeld in der "FAZ". Wie es angesichts der Konfrontationslage zwischen Chefredakteur und Ressortchefs weitergehe, wisse im Augenblick offenbar niemand zu sagen, so Hanfeld. Formal habe die Resolution der Ressortleiter keine direkte Wirkung. Die Berufung Bünchners sei eine Sache der Gesellschafter gewesen, die Berufung Blomes sei eine Sache Büchners. Inwiefern er die Gesellschafter dabei einbeziehen müsse - unklar.

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