Medienvielfaltsmonitor der BLM: ARD bei der Meinungsmacht vor Springer & Co.

29.08.2013
 

Der öffentlich-rechtliche Senderverbund der ARD verfügt über die größte Meinungsmacht in Deutschland.  Das geht aus dem "Medienvielfaltsmonitor" der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hervor.

Der öffentlich-rechtliche Senderverbund der ARD verfügt über die größte Meinungsmacht in Deutschland.  Das geht aus dem "Medienvielfaltsmonitor" der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hervor, Der gebührenfinanzierte Rundfunk hängt klar die Medienkonzerne Bertelsmann (RTLGruner + Jahr), Axel Springer ("Bild") oder ProSiebenSat.1 ab. Auf Platz fünf kommt das ZDF

Die größte Meinungsmacht hat demnach die ARD, deren Angebote die Grundlage für insgesamt 22,6 Prozent der Meinungsbildung in Deutschland sind. Es folgen Bertelsmann mit 13,3 Prozent, Axel Springer mit 9,0 Prozent, ProSiebenSat.1 mit 7,8 Prozent sowie das ZDF mit 7,2 Prozent Anteil an der Meinungsbildung in Deutschland. Insgesamt entfallen auf die Öffentlich-Rechtlichen knapp 30 Prozent des Meinungsmarktes in der Bundesrepublik.

Im ersten Halbjahr 2013 ergeben sich zum Vergleichszeitraum 2012 als größte Verschiebungen die Zunahme der Anteile des Bauer-Verlags um 0,8 Prozent sowie der Rückgang der Anteile von ProSiebenSat.1 um 1,1 Prozent und Bertelsmann um 0,9 Prozent.

"Durch die Schwäche der Printmedien könnte die Meinungsmacht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks noch steigen", sagt Johannes Kors, Medienwirtschaftsexperte und Vizegeschäftsführer der BLM, gegenüber dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe). Die Gesellschaft müsse sich fragen, welche Grenzen sie dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk setzen wolle. Das werde insbesondere wichtiger vor dem Hintergrund der Krise der privaten Medien.

Der Monitor der Bayern misst seit 2012 die Meinungsmacht und Medienkonzentration in Deutschland. Auslöser für die Studie war der Streit um die am Ende gescheiterte Übernahme des Fernsehkonzerns ProSiebenSat.1 durch Axel Springer. Damals fehlten verlässliche und unabhängige Daten. Seitdem diskutieren die Bundesländer kontrovers über neue Regeln zur Medienkonzentration. Die BLM sieht sich aber in der Diskussion übergangen. "Auf politischer Ebene gibt es an unserer Studie bisher kaum Interesse, obwohl sie gute Dienste für die Novellierung des Rundfunkstaatsvertrags leisten könnte", bilanziert Kors.

Bei der Bedeutung der Mediengattungen für die Meinungsbildung habe es unterdessen leichte Verschiebungen gegeben, heißt es im "Handelsblatt". Laut Studie nimmt die Bedeutung des Fernsehens als wichtigstes Medium ab. Der Anteil betrug zuletzt nur noch knapp 37 Prozent. Zeitungen und das Internet legten hingegen zu. "Durch seine Qualität hat das Printsegment bei der Meinungsrelevanz hinzugewonnen. Für die Zeitungsleser spielt die Qualität des Mediums eine große Rolle, auch wenn die Reichweite zurückgeht", sagt Kors zur Begründung. Radio und Zeitschriften blieben konstant.

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