"Bestbesetzte Zeitschriftenentwicklung aller Zeiten": Condé Nast-Chefredakteure machen Magazin

29.08.2013
 

Die Chefredakteure der fünf Marken "Vogue", "Glamour", "myself", "GQ" und "AD" entwickeln gemeinsam ein Magazin, das am 13. November erscheinen wird. Condé Nast Deutschland spricht von der "personell womöglich bestbesetzten Zeitschriftenentwicklung aller Zeiten".

Die Chefredakteure der fünf Marken "Vogue", "Glamour", "myself", "GQ" und "AD" entwickeln gemeinsam ein Magazin, das am 13. November erscheinen wird. Condé Nast Deutschland spricht von der "personell womöglich bestbesetzten Zeitschriftenentwicklung aller Zeiten".

Arbeitstitel und zugleich das Leitbild des ungewöhnlichen Entwicklungsprojekts, das in gleichberechtigter Zusammenarbeit der fünf Redaktionen entsteht, ist das japanische Wort "Shokunin". Als "Shokunin" werden im Japanischen die "Meister einer Handwerkskunst" bezeichnet. Zum Selbstverständnis eines "Shokunin" gehört es, in seiner kreativen Arbeit nach Perfektion zu streben und mit großer Sorgfalt etwas Neues zu schaffen, das einen Wert für die Gesellschaft hat. Dieser Idee folgend, werden im Rahmen des neuen Magazins Mentorships für junge, in der Ausbildung befindliche Talente aus Journalismus und Grafik-Design ausgeschrieben.

"Medienmachen als eine Art Kunsthandwerk"

"Shokunin" wird einen Gesamtumfang von rund 200 Seiten haben und in fünf Ressorts – "Klug", "Radikal", "Poetisch", "Sexy" und "Raffiniert" – unterteilt sein (siehe Bildergalerie). Inhaltlich erwartet die Leser laut Conde Nast "stilprägende Fotografie, wegweisendes Artwork, überraschende Interviews und Reportagen – unter einer neuen thematischen Klammer und aus einer markenübergreifenden Perspektive inszeniert." In seiner Grundidee begreife und interpretiere das neue Magazin Medienmachen als eine Art Kunsthandwerk. Das neue Magazin wird mit einer Gesamtauflage von 800.000 Exemplaren erscheinen und vorerst einmalig den Dezember-Ausgaben (13. November) der "Vogue", "Glamour", "myself", "GQ" und "AD" beiliegen.

Begleit-Blog mit Erklär-Video

Einblicke in die Arbeit des marken- und disziplinenübergreifenden Teams und die Arbeit bei Condé Nast soll ab sofort ein Projekt-Blog unter www.shokunin.condenast.de geben. Dort ist auch ein Video zu finden, in dem die fünf Chefredakteure die Idee von "Shokunin" erklären.

Moritz von Laffert, Herausgeber von Condé Nast Deutschland, holt ganz weit aus: "Condé Montrose Nast selbst entwickelte 1908 für seinen Verlag ein visionäres Selbstverständnis, das Magazinjournalismus als nach Perfektion strebendes Kunsthandwerk begreift. 'Shokunin' steht sinnbildlich für die publizistische Philosophie von Condé Nast". Die Motivation für dieses Projekt sei die Freude am Ausschöpfen von kreativen Freiheiten. Es dokumentiere ein gemeinsames Qualitätsverständnis, das Condé Nast genre- und medienübergreifend auszeichne und die Grundlage der eigenen Positionierung sei. "Die Leser und User für den Wert von gut gemachten Medien zu sensibilisieren ist ein indirektes Ziel des Projekts – dafür gab es wohl nie einen besseren Zeitpunkt als jetzt", sagt von Laffert.

Die Chefredakteure über das Projekt:

Christiane Arp, "Vogue":

"'You leave democracy and enter my monarchy' stand früher an meiner Bürotür. Jetzt ist alles anders, weil dieses neue Reich mehrere Monarchen hat. An der Idee von 'Shokunin' hat mich von Anfang an die Verehrung von Handwerkskunst fasziniert. Wir Deutschen sind stolz auf unsere Autos, technische Errungenschaften und Ingenieurleistungen, aber Meisterliches wie mit Liebe zum Detail gemachte Zeitschriften, Mode oder Design werden allzu oft nur wenig wertgeschätzt."

Sabine Hofmann, "myself":

"An 'Shokunin' reizt mich, dass fünf – im besten Sinne – besessene Blattmacher etwas gemeinsam auf die Beine stellen. Ich finde es herausfordernd und inspirierend zugleich, sich in diesem Projekt auf neue Perspektiven einzulassen und Themen mit Blick auf eine sehr große, sehr unterschiedliche Leserschaft zu entwickeln."

Oliver Jahn, "AD Architectural Digest":

"Der größte Reiz an 'Shokunin' ist für mich die Erfahrung, mit den Chefredakteuren der anderen Titel gemeinsam über Ideen und Layouts zu brüten. Jeder hat so unterschiedliche Herangehensweisen. Es ist, als würden sich ein paar Musiker in einer Jazz-Kneipe zu einer Jam-Session treffen. Was dabei rauskommt, ist ein toller und unverwechselbarer Sound, den man allein nie hervorbringen könnte."

Andrea Ketterer, "Glamour":

"Die Idee von 'Shokunin' hat uns fasziniert, weil sie im Grunde die Essenz von dem ist, wie wir arbeiten. In erster Linie geht es um die reine Freude an dem, was wir tun und den inneren Drang, etwas Neues, Kreatives entstehen zu lassen. Dass in diesem Fall alle ein gemeinsames Ziel haben, ist das Besondere dabei."

José Redondo-Vega, "GQ Gentlemen’s Quarterly":

"So unterschiedlich die Themen und Konzepte unserer Magazine auch sind, eint alle die gleiche Grundhaltung und ein gemeinsames Qualitätsverständnis. Das Wissen darum hat sich im Laufe des Projekts noch einmal verstärkt – und zugleich entdeckt man nach allen den Jahren an den Kollegen immer noch Seiten, die einen im positivsten Sinn überraschen."

Ihre Kommentare
Kopf
Ulf J. Froitzheim

Ulf J. Froitzheim

Redaktionsbüro UJF.biz
Freier Journalist

29.08.2013
!

Ähm, war das jetzt ein Beitrag von kress oder die Pressemitteilung des Verlags?


Joachim Zoellner

29.08.2013
!

Geht es denn nicht alles ein wenig kleiner und bescheidener, sachlicher und realistischer? Oder sollen wir tatsächlich glauben, dass der Journalismus neu erfunden wurde? Hochmut kommt vor dem Fall...


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