Wolfgang Büchner schreibt den "Spiegel"-Lesern: "Blome ist ein hervorragender politischer Journalist"

 

"Ich möchte Ihnen versichern, dass sich die journalistische Haltung des 'Spiegel' nicht ändern wird" - das schreibt der neue Chefredakteur Wolfgang Büchner in der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe auf der Leserbrief-Seite 14. Und weiter heißt es: Nikolaus Blome sei ein hervorragender politischer Journalist. Damit antwortet Büchner auf die im Heft ebenfalls abgedruckten Leserbriefe zur Aufreger-Personalie.

"Ich möchte Ihnen versichern, dass sich die journalistische Haltung des 'Spiegel' nicht ändern wird" - das schreibt der neue Chefredakteur Wolfgang Büchner in der aktuellen "Spiegel"-Ausgabe auf der Leserbrief-Seite 14. Damit antwortet er auf die im Heft ebenfalls abgedruckten Leserbriefe zur Aufreger-Personalie Nikolaus Blome.

"Der 'Spiegel' steht den Mächtigen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft kritisch gegenüber", so Büchner weiter. "Er deckt Machtmissbrauch und Missmanagement auf. Harte Recherche und investigative Geschichten sind und bleiben unser Markenzeichen."

Zum Aufreger-Thema, dass "Bild"-Mann Nikolaus Blome in die Chefredaktion des "Spiegel" wechseln soll, äußert sich Büchner wie folgt: Blome sei ein hervorragender politischer Journalist, der nicht nur für die "Bild", sondern auch für die "Welt" und den "Tagesspiegel" gearbeitet hat. Außerdem betont Büchner, dass Blomes Arbeiten bereits u.a. mit dem Herbert-Quandt-Medienpreis und mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden sind. Abschließend ermuntert Büchner seine Leser, ihre Meinung zu der politischen Berichterstattung aus Berlin mitzuteilen.

Vorangestellt an Büchners Schreiben sind einige Leserbriefe zur Aufreger-Personalie Blome. In einem heißt es: "Erst schreibt der 'Spiegel' über die 'Brandstifter' bei der 'Bild', jetzt holt der Verlag selbst einen Kopf der 'Bild'-Gruppe! Wie passt das zusammen?". Ein anderer kommentiert: "Sollte ich feststellen, dass die Qualität des 'Spiegel' aufgrund von Herrn Blome abnimmt, sehe ich mich leider gezwungen, mein Abo zu kündigen. Bitte stellen Sie diesen Mann nicht ein!".

Erscheint der "Spiegel" bald am Samstag?

Was sich unter Büchner bald ändern könnte, ist der Erscheinungstag des "Spiegels". Der Vertrag des Nachrichtenmagazins mit dem Druckunternehmen Prinovis laufe Ende 2014 aus. In der Neuausschreibung sei ein Szenario vorgesehen, nachdem der "Spiegel" künftig bereits sonnabends am Kiosk liegt. Das berichtet Kai-Hinrich-Renner im "Hamburger Abendblatt".

Für den Sonnabend spreche, dass die Deutschen am Wochenende mehr Zeit haben, um Zeitungen und Zeitschriften zu lesen. Davon profitieren die  Sonntagszeitungen und auch die "Zeit", die am Donnerstag herauskommt. Die deutschen Wochenzeitungen haben, im Gegensatz zur übrigen Branche, keine Auflagenprobleme (kress.de vom 19. Juli 2013).

Schon der ehemalige "Spiegel"-Chef Stefan Aust wollte den Erstverkaufstag (EVT) des Blatts auf den Sonntag verlegen, so Renner. Weil aber sonntags die meisten Verkaufsstellen geschlossen sind und die Vertriebe der Sonntagszeitungen, die die Auslieferung des "Spiegels" hätten übernehmen können, nicht unbedingt auf einen neuen Wettbewerber gewartet hatten, wurde daraus nichts.

Chefredakteur Wolfgang Büchner soll den Sonnabend als EVT befürworten, aber nur wenn gewährleistet sei, dass der Freitag auch weiterhin in der Berichterstattung berücksichtigt werden kann.

Online-Bezahlangebot

Neben dem neuen EVT beschäftigt sich Büchner wohl auch mit einem Online-Bezahlangebot des Blattes, das die Geschichten des gedruckten "Spiegel" täglich bis zum Erscheinen der neuen Ausgabe aktualisiert, so Renner. Büchner selbst lehne dazu jede Stellungnahme ab. Auch zu seinen Ressortleitern äußere sich Büchner nicht. In Redaktionskreisen heißt es laut Renner, Büchner wolle die Verträge der meisten von ihnen verlängern. Im Streit um Blome waren die Ressortleiter die härtesten Widersacher Büchners. Dass der neue Chef angeblich viele von ihnen ablösen wollte, drückte die Stimmung zusätzlich.

Ihre Kommentare
Kopf

Wolf Thieme

09.09.2013
!

Der neue SPIEGEL mit den Infos des CR Büchner liegt gerade am Kiosk oder im Briefkasten, da kommt die Kress-Meldung, dass der renommierte Abteilungsleiter Thomas Tuma geht. Ein großer Verlust. Der wäre vielleicht auch gern Stellvertreter statt Blome geworden. So verprellt man die Leute im eigenen Haus.


Christiane

09.09.2013
!

" ...Ein anderer kommentiert: "Sollte ich feststellen, dass die Qualität des 'Spiegel' aufgrund von Herrn Blome abnimmt, sehe ich mich leider gezwungen, mein Abo zu kündigen .."

Dann hätte der Leser schon längst kündigen müssen! Die Qualität hat schon seit langer Zeit deutlich nachgelassen.

Und der Brief von Büchner ist die neidergschriebene Missachtung der Leserstimme. Er dient allein der Gesichtswahrung seines Verfassers.


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