Nächster Köln-"Tatort" und der Jugendschutz: "Das können unter 12-Jährige noch nicht verarbeiten"

01.10.2013
 

Das Erste zeigt den Köln-Tatort "Franziska" Mitte Dezember erst um 22 Uhr - aus Jugendschutzgründen. "Es ist nicht so, dass der Film nun besonders blutrünstig wäre, gar nicht", erklärte WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke der dpa.

Das Erste zeigt den Köln-Tatort "Franziska" Mitte Dezember erst um 22 Uhr - aus Jugendschutzgründen (kress.de vom 22. August 2013). "Es ist nicht so, dass der Film nun besonders blutrünstig wäre, gar nicht", erklärte WDR-Fernsehspielchef Gebhard Henke der dpa. "Aber es ist ein besonderer Fall, denn er geht nicht gut aus. Das Problem ist das Gesamtbedrohungspotenzial, das über längere Zeit andauert. Das können unter 12-Jährige noch nicht verarbeiten."

Im Mittelpunkt der Folge steht die Assistentin der Kommissare Ballauf und Schenk, Franziska Lüttgenjohann. Sie tritt zum letzten Mal auf, weil Darstellerin Tessa Mittelstaedt nach zwölfeinhalb Jahren ausscheiden wollte. Lüttgenjohann wird in der Geschichte von einem Häftling als Geisel genommen.

Der "Tatort" sei im Prinzip ein Familienfilm, so Henke. "Der muss für 12-Jährige kompatibel sein." Deshalb habe sich der WDR entschieden, diese Folge erst zu späterer Stunde zu zeigen. "Für uns ist das kein Problem. Wir haben auch nicht gesagt: Was können wir da jetzt rausschneiden? Damit wäre es in diesem Fall auch gar nicht getan. Wir haben gesagt: Der soll so laufen, aber eben später. Zudem wollten wir auch die künstlerische Integrität des Films von (Regisseur) Dror Zahavi respektieren."

In 43 Jahren "Tatort" ist es der erste Mal, dass eine Erstausstrahlung aus Jugendschutzgründen erst um 22 Uhr läuft. 1998 war die letzte "Tatort"-Folge mit Winfried Glatzeder als Kommissar Roiter wegen Qualitätsmängeln vom angestammten Sendeplatz am Sonntag nach der "Tagesschau" auf Montagabend 23 Uhr verlegt worden. 2011 wurde der Münchner "Polizeiruf 110" aus Gründen des Jugendschutzes ebenfalls nach hinten verschoben.

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