"Lindenstraße"-Erfinder Geißendörfer: "Wir sind zu soapig geworden"

 

Seit 28 Jahren ist die "Lindenstraße" nun schon zu sehen, seit einigen Jahren gehen der Serie allerdings die Zuschauer verloren. Ein klares Ja für eine Verlängerung über 2014 hinaus gibt es nach wie vor nicht. Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer betreibt nun Fehleranalyse in der "SZ" und stellt fest: "Wir sind etwas zu soapig geworden."

Seit 28 Jahren ist die "Lindenstraße" nun schon zu sehen, seit einigen Jahren gehen der Serie allerdings die Zuschauer verloren. Ein klares Ja für eine Verlängerung über 2014 hinaus gibt es nach wie vor nicht. Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer betreibt nun Fehleranalyse in der "SZ" und stellt fest: "Wir sind etwas zu soapig geworden."

Diesem Trend will Geißendörfer nun entgegenwirken. Er wolle "zum Urkern der 'Lindenstraße' nicht zurück-, sondern vorwärtsgehen". Dass das aber nicht immer so einfach ist, dürfte Kennern des öffentlich-rechtlichen Systems bekannt sein. Die "Lindenstraße" ist eine Gemeinschaftsproduktion der ARD, also will jeder Sender auch mitreden.

ARD muss Geschichten absegnen

Geißendörfer sagt in dem Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" zwar, dass er "bis heute vergleichsweise viel Freiheit und inhaltlich kaum Auflagen" habe, aber eben doch nur vergleichsweise. Die "Lindenstraße"-Geschichten für das nächste halbe Jahr muss er immer einem Beirat vorlegen, in dem Sendervertreter darüber diskutieren und entscheiden. 

"Wenn der Beirat eine bestimmte Figur nicht raushaben möchte, die ich aus guten Gründen rausschreiben will, dann entscheiden die: die soll bleiben", sagt Geißendörfer. In dem Beirat zählten nur Mehrheitsentscheidungen. In dem Vertrag des Serienerfinders steht zudem, dass er "bei neuen Hauptrollen 50 Prozent Entscheidungsfreiheit habe" - die anderen 50 Prozent liegen beim Sender. "Wir müssen uns also einigen."

Für eine Verlängerung der Serie über 2014 hinaus ist Geißendörfer optimistisch: "Ich kann nicht behaupten, dass die 'Lindenstraße' noch zehn Jahre läuft, aber ich habe gute Signale dafür, dass wir auch nach dem Jahresende 2014 noch weitermachen dürfen", sagt er. Definitiv aufhören will Geißendörfer, wenn die Quoten der 'Lindenstraße' "total im Keller ist". "Da wäre ich auch gar nicht so traurig". 

"Bild" spekulierte bereits über Serien-Aus

Im Keller sind die "Lindenstraße"-Quoten zwar noch nicht, in den vergangenen Jahren ging es aber stetig bergab. Dennoch hat die Serie noch immer deutlich mehr Zuschauer als viele der ARD-"Schmunzelkrimis", die werktags am Vorabend laufen. Dennoch machte sich die "Bild" Anfang August öffentlichkeitswirksam Angst um die Fortsetzung der Serie (kress.de vom 2. August 2013). Der WDR stellte kurz darauf klar: "Niemand muss sich Sorgen um die ‘Lindenstraße’ machen."

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