Bauer bleibt solo: "Für uns ist der VDZ Geschichte"

 

Die Verantwortlichen der Bauer Media Group verspüren keine Neigung, in den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zurückzukehren: "Einen Weg in den Verband werden wir definitiv nicht suchen", sagte Geschäftsleiter Andreas Schoo im Interview mit "w&v". "Für uns ist der VDZ Geschichte", so der Bauer-Manager weiter.

Die Verantwortlichen der Bauer Media Group verspüren keine Neigung, in den Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) zurückzukehren: "Einen Weg in den Verband werden wir definitiv nicht suchen", sagte Geschäftsleiter Andreas Schoo im Interview mit "w&v". "Für uns ist der VDZ Geschichte", so der Bauer-Manager weiter.

Die Bauer Media Group hat im Dezember 2010 den Fachverband Publikumszeitschriften des VDZ verlassen. Grund für den Streit sind unterschiedliche Haltungen zum Presse-Grosso (kress.de vom 6. Dezember 2010). So will Bauer im Unterschied zu den übrigen Verlagen mit einzelnen Grossisten über Konditionen und Handelsspannen verhandeln und akzeptiert nicht länger das zentrale Verhandlungsmandat des Bundesverbands Presse-Grosso. Das Landgericht Köln hat 2012 einer Klage des Verlags dagegen stattgegeben, doch mittlerweile haben Grosso-Verband und Verlegerverbände eine Änderung des gesetzlichen Status-quo erreicht: Das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) stellt nun Branchenvereinbarungen zwischen Verlagen und Presse-Grossisten unter einigen Voraussetzungen kartellrechtlich frei (kress.de vom 6. Juni 2013).

Schoo kritisierte im Gespräch mit "w&v" das erfolgreiche Lobbying seiner Kontrahenten, das zur GWB-Änderung führte: "Das Projekt hat unglaublich viel Geld gekostet, geht aber komplett am Markt vorbei und dient letztlich nur dazu, uns wieder in die Verbandsraison zu bringen." Schoo hofft, dass ein Gericht dem Verlag zur Seite steht: Am 30. Oktober beschäftigt sich das OLG Düsseldorf mit der Berufung des Grosso-Verbands gegen das Pro-Bauer-Urteil des Landgerichts Köln von 2012. "Wir warten nun die Entscheidung des Gerichts ab", sagte Schoo. "Fällt sie positiv aus, nutzen wir die Chancen."

Bauer plant Großeinkauf in Osteuropa

Im Interview mit "w&v" kündigte Schoo zudem erhebliche Investitionen an. So stehe sein Haus in Osteuropa kurz vor einer "sehr großen Akquisition" im Digitalgeschäft. In den kommenden Jahren wolle Bauer eine "deutlich zweistellige Millionensumme" ins Digiale investieren.

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