Verzögert sich der Umzug nach Hamburg? "Neon"-Redakteure wollen in München bleiben

 

Der Gruner+Jahr-Umzugslaster stößt in München auf ein Hindernis: die Redaktion der  Zeitschriften "Neon" und "Nido". Laut "FAZ" (Dienstagsausgabe) ist dort der Widerstand gegen die von G+J verfügte Standortverlagerung nach Hamburg so groß, dass sich der Umzug vielleicht verzögert. "Möglicherweise" bekämen die betroffenen Redakteure zwei Monate mehr Bedenkzeit, so die "FAZ".

Der Gruner+Jahr-Umzugslaster stößt in München auf ein Hindernis: die Redaktion der  Zeitschriften "Neon" und "Nido". Laut "FAZ" (Dienstagsausgabe) ist dort der Widerstand gegen die von G+J verfügte Standortverlagerung nach Hamburg so groß, dass sich der Umzug vielleicht verzögert. "Möglicherweise" bekämen die betroffenen Redakteure zwei Monate mehr Bedenkzeit, so die "FAZ". Ursprünglich hätten sie sich bis Anfang November für oder gegen Hamburg entscheiden sollen.

Gruner+Jahr-Vorstand Stephan Schäfer hatte die Münchner Kollegen Anfang September darüber informiert, dass die Redaktionen von "Neon"/"Nido", "Eltern", "PM" und "Wunderwelt Wissen" sowie die dazugehörigen Verlagsabteilungen und Teile des Anzeigenverkaufs bis Mitte 2014 nach Hamburg verlagert werden sollen (kress.de vom 9. September 2013). Davon sind 120 Mitarbeiter betroffen. Wer nicht nach Hamburg mitgehen will, muss das Unternehmen verlassen. Begründung für den Schritt: G+J organisiert sich jetzt nach acht sogenannten Communities of Interest (CoI), die jeweils an einem Standort konzentriert werden sollen.

Wie der kressreport bereits in Ausgabe 19/2013 berichtete, ist der Widerstand gegen den Umzugsplan in einer Redaktion am größten, von der die G+J-Strategen das wahrscheinlich nicht erwartet hätten: in der Gemeinschaftsredaktion von "Neon" und dem "Neon"-Ableger "Nido". Die Redakteure sind dem Standort München verbunden, und in ihrem Fall ist auch die Begründung für den Umzug dürftig: "Neon" und "Nido" bilden mit "stern" und "art" eine CoI - mit Titeln also, mit denen es inhallich wenig Berührungspunkte gibt. Die "FAZ" mutmaßt nun, die "Neon"-/"Nido"-Redaktion würde sich "nahezu komplett" weigern, nach Hamburg zu gehen.

G+J-Kommunikationschef Claus-Peter Schrack sagte der "FAZ", die Planungen und Gespräche mit den betroffenen Mitarbeitern in München liefen noch. Es sei alles im vorgesehenen Zeitplan, konkrete Ergebnisse werde es voraussichtlich erst von Ende November an geben

Peider Bach geht

Von der Umzugsentscheidung nicht betroffen ist die Münchner G+J-Dependance G+J Entertainment Media (u.a. "Blickpunkt Film", "kino.de"), doch auch dort gärt es: Geschäftsführer Peider Bach, 43, verlässt das Unternehmen. Er fühlt sich offenbar vom G+J-Vorstand nicht ausreichend unterstützt. Das Fachmagazin "w&v" spekuliert sogar, dass Gruner die Fachverlagstochter aus München verkaufen wolle.

Ihre Kommentare
Kopf

Ulf J. Froitzheim

23.10.2013
!

Was da entsteht, sind keine Communities of Interest, sondern Communities of Location. Vermutlich hat sich jemand etwas dabei gedacht, und es braucht für die Themen von Neon und Nido künftig den Genius loci hamburgiensis. Warum die Hefte dann aber mit dem Genius loci monaciensis überhaupt je erfolgreich waren, ist mir schleierhaft.
Wie sang doch Klaus Lage: "Wir sind nur die Schachfigur'n..."


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