Funke Gruppe zieht sich aus Großraum Dortmund zurück: Medienhaus Lensing kauft "WAZ"- und "WR"-Ausgaben

 

Die Funke Mediengruppe zieht sich aus einem wichtigen Teil des Ruhrgebiets zurück: Wenn das Bundeskartellamt mitmacht, will sie ihre Tageszeitungsausgaben im Großraum Dortmund an das Medienhaus Lensing verkaufen.

Die Funke Mediengruppe zieht sich aus einem wichtigen Teil des Ruhrgebiets zurück: Wenn das Bundeskartellamt mitmacht, will sie ihre Tageszeitungsausgaben im Großraum Dortmund an das Medienhaus Lensing verkaufen. Funke rechtfertigt den Schritt in bekannter Manier als Beitrag zur Sicherung der "Titel- und Medienvielfalt in der Region".

Von dem Deal betroffen sind im Einzelnen die Ausgaben der "WAZ" und der "Westfälischen Rundschau" ("WR") in Dortmund, Lünen und Castrop-Rauxel sowie die "WR"-Ausgabe in Schwerte. Die Lokalteile der beiden Zeitungen in Dortmund, Lünen und Schwerte füllt das Medienhaus Lensing bereits seit Februar 2013 mit Inhalten ihrer "Ruhr Nachrichten" (kress.de vom 15. Janaur 2013). Vom 1. November an dehnen Funke und Lensing diese Form der Zusammenarbeit auch auf die Ausgaben der "WAZ" und der "WR" in Castrop-Rauxel aus (kress.de vom 15. Oktober 2013).

Der Mantelteil aller betroffenen Ausgaben kommt vom Essener Content Desk der Funke Gruppe, und daran soll sich laut Unternehmensmitteilung auch nach dem Verkauf nichts ändern. Beschäftigungsverhältnisse seien von der "Transaktion" ebenfalls nicht betroffen. Kein Wunder: Die "WR" hat ihre eigenständige Redaktion schon zum Jahresanfang verloren, 120 Redakteure mussten damals gehen.

Mit anderen Ausgaben der "WR" ist die Funke Mediengruppe bereits so verfahren wie jetzt im Großraum Dortmund: Zum 1. Mai hat sie die "WR"-Ausgaben in Unna, Fröndenberg, Holzwickede, Kamen und Bergkamen an die Verleger Günter Rubens und Hans-Christian Haarmann verkauft (kress.de vom 4. Juni 2013).

Der Rückzug von Funke aus Dortmund und der Verkauf der dortigen Zeitungen an das Medienhaus Lensing ist nur eine weitere Stufe in einem Prozess, den Kritiker gerne als "Flurbereinigung" bezeichnen: Beide Häuser stecken schon seit Jahren ihre Reviere im Ruhrgebiet ab und verstärken zugleich ihre Zusammenarbeit.

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