Henri-Nannen-Preisträgerin: Heike Faller rät von journalistischem Perfektionismus ab

04.11.2013
 

Reporterin Heike Faller plädiert für ein schnelleres und schnörkelloses Schreiben auch bei langen Artikeln. Seit sie sich vom Perfektionismus verabschiedet habe, gehe das Schreiben schneller und ihre Texte gelängen besser,

Reporterin Heike Faller plädiert für ein schnelleres und schnörkelloses Schreiben auch bei langen Artikeln. Seit sie sich vom Perfektionismus verabschiedet habe, gehe das Schreiben schneller und ihre Texte gelängen besser, sagt die Gewinnerin des Henri-Nannen-Preises 2013 im Interview mit dem aktuellen "medium magazin".

Früher seien 3.000 Zeichen am Tag das Maximum gewesen - bis Christoph Amend ihr Chef beim "Zeit-Magazin" wurde. Von da an begann sie, auch einmal 8.000 Anschläge "an einem Arbeitstagherunterzuhacken". "Ich merkte, der Text wird nicht schlechter, weil ich nicht mehr so darum kreise, ob etwas gut geschrieben ist."

Eine bestimmte Struktur noch vor dem Schreiben zu suchen habe sie noch nie getan. "Mein Gefühl sagt mir, wie die Abfolge sein soll. Meine Struktur besteht aus einer einzigen Frage, die sich durch die ganze Reportage zieht. Es hat gedauert, bis mir das klar wurde, aber egal, wie lang die Geschichte ist, es ist nur eine einzige Frage,nicht drei, nicht fünf."

Beim Schreiben selbst versuche sie jede Ablenkung zu meiden: "So richtig konzentriert bin ich erst nach drei Stunden ohne E-Mails."

Faller gewann für ihre Reportage "Der Getriebene" (Zeit-Magazin) den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis (kress.de vom 27. April 2013).

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