Verkauf geplatzt: BlackBerry feuert CEO und sammelt frisches Geld ein

 

BlackBerry ersetzt CEO Thorsten Heins (Foto) durch einen Übergangs-CEO. Die Übernahme durch Fairfax Financial wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll die private Platzierung von Wandelschuldverschreibungen 1 Mrd US-Dollar einbringen.

BlackBerry ersetzt CEO Thorsten Heins (Foto) durch einen Übergangs-CEO. Die Übernahme durch Fairfax Financial wird nicht weiterverfolgt. Stattdessen soll die private Platzierung von Wandelschuldverschreibungen ("Convertible Debentures") dem kanadischen Smartphone-Hersteller 1 Mrd US-Dollar einbringen.

Vorübergehend wird John S. Chen CEO von BlackBerry. Chen führte von 1998 bis Anfang 2013 das US-Software-Unternehmen Sybase, das 2010 von SAP gekauft wurde.

Update: In einem Interview mit Reuters erklärte Interims-CEO Chen, dass er nicht die Absicht habe, BlackBerrys Smartphone-Geschäft einzustellen. "Ich weiß, dass wir genug Zutaten haben, um ein langfristig nachhaltiges Geschäft aufzubauen", so Chen. Er verwies auf seine Zeit bei beim US-Software-Unternehmen Sybase, das er ebenfalls durch eine Krise führte: "Ich habe das schon einmal gemacht und denselben Film schon einmal gesehen." Es gebe viele Herausforderungen, sonst wäre er auch nicht daran interessiert.

Mitte August stellte sich BlackBerry im Rahmen der Untersuchung "strategischer Alternativen" zum Verkauf. Seitdem sollen sich Unternehmen wie Lenovo, Facebook, der Fondsmanager Cerberus Capital Management und die BlackBerry-Gründer Mike Lazaridis und Douglas Fregin den kriselnden Smartphone-Hersteller näher angeschaut haben. Von Großaktionär Fairfax Financial lag ein 4,7 Mrd Dollar schweres Übernahmeangebot vor. Doch statt BlackBerry zu kaufen schießt der kanadische Finanzkonzern 250 Mio der insgesamt 1 Mrd Dollar zu. Den Kauf hätte Fairfax nicht ohne Unterstützer stemmen können. An denen fehlte es jedoch laut Medienberichten.

BlackBerry schrieb im zweiten Quartal wegen Bergen unverkaufter Z10-Smartphones einen Verlust von 965 Mio Dollar. CEO Heins kündigte daraufhin den Abbau von 4.500 Stellen an.

(BlackBerry, Reuters, Handelsblatt, Reuters)

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