Matthias Koch wird Chefredakteur: Madsack gründet "RND - RedaktionsNetzwerk Deutschland"

07.11.2013
 

Die Mediengruppe Madsack hat - wie angekündigt - ihre zentrale Redaktionsgesellschaft ins Leben gerufen. Diese wird unter "RND RedaktionsNetzwerk DeutschlandGmbH" firmieren. Sie soll künftig überregionale Inhalte für Regionalzeitungen auf den Kanälen Print und Digital erstellen.

Die Mediengruppe Madsack hat - wie angekündigt - ihre zentrale Redaktionsgesellschaft ins Leben gerufen. Diese wird unter "RND RedaktionsNetzwerk DeutschlandGmbH" firmieren. Sie soll künftig überregionale Inhalte für Regionalzeitungen auf den Kanälen Print und Digital erstellen. Im Vordergrund steht zunächst die Belieferung der Madsack-Zeitungen, in einem weiteren Schritt will RND auch externe Kunden gewinnen.

"Bessere Qualität" als vorher

"Mit diesem Schritt werden wir die journalistische Qualität und Relevanz unserer Regionalverlage weiter stärken", erklärt Thomas Düffert, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung der Mediengruppe Madsack. "Regionalzeitungen leben von einer klaren Ausrichtung aufs Regionale, dürfen aber nicht provinziell sein. Das neue RedaktionsNetzwerk wird die Kompetenz und Kreativität hervorragender Journalisten des Konzerns bündeln. So werden wir überregionale Inhalte in einer besseren Qualität bieten, als eine einzelne Regionalzeitung sie allein liefern könnte."

"Verantwortung für Erhalt der Meinungsvielfalt"

Dabei sei man sich seiner Verantwortung für den Erhalt der Meinungsvielfalt bewusst, betont Madsack. Die redaktionelle Hoheit für die einzelnen Zeitungen liege weiterhin bei den regionalen Chefredakteuren. Unterschiedliche Themensetzungen, Gewichtungen und Regionalisierungen seien dabei ausdrücklich erwünscht und gefordert. Die charakteristische Stimme und Farbe jeder Zeitung werde erhalten bleiben. Geplant ist eine "Vernetzung überregionaler Inhalte" in den Ressorts Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Ratgeber, Seite 3/Reportage, Panorama und Wochenendjournal.

John wird Mitglied der RND-Chefredaktion - Brandt alleiniger "HAZ"-Chefredakteur

Die journalistische Führung des RND übernimmt Matthias Koch, bisher Chefredakteur der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" ("HAZ"). Harald John, Leiter des Berliners Büros der Mediengruppe Madsack, wird Mitglied der Chefredaktion. Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" wird künftig von Hendrik Brandt als alleinigem Chefredakteur geführt.

"Matthias Koch steht für den inhaltlichen Qualitätsanspruch des RND", so Thomas Düffert. "Er genießt hohes Ansehen als Journalist und Kenner der politischen Szene, zugleich hat er sich bei konzerninternen Erneuerungs- und Veränderungsprozessen als umsichtiger und erfolgreicher Teamspieler erwiesen."

In den nächsten Wochen will Koch das RND-Team aufbauen und gemeinsam mit den anderen Madsack-Chefredakteuren das Konzept weiterentwickeln. "Wir wollen die für die Zeitungen und ihre Leser optimale Balance zwischen regionaler Eigenständigkeit und qualitätsorientierter Vernetzung im Überregionalen finden", erläutert Koch, "Niemand will ein starres Korsett nach Art sogenannter Mantelzulieferungen früherer Jahrzehnte. Die Zukunft liegt in einem intelligenten Zusammenspiel, bei dem jeder sich auf das konzentriert, was er am besten kann."

Bereits Anfang Oktober haben die fünf Chefredakteure der Mediengruppe Madsack Thoralf Cleven (Märkische Allgemeine Zeitung), Jan Emendörfer (Leipziger Volkszeitung), Uwe Dulias (Entwicklungschefredakteur) sowie Hendrik Brandt und Matthias Koch das "Leitbild einer klug vernetzten Redaktion" entwickelt. Die Geschäftsführung der "RND RedaktionsNetzwerk Deutschland GmbH" sollen Konzerngeschäftsführer Thomas Düffert und Uwe Dulias, Chefredakteur für Medien-Entwicklung, übernehmen. Sitz der Gesellschaft ist Hannover.

Dass es bei dem Umbrau-Programm "Madsack 2018" zu Stellenstreichungen kommt, könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Konzernsprecherin im Oktober.

Der Deutsche Journalisten-Verband forderte Madsack zuvor auf, alle vorhandenen journalistischen Arbeitsplätze zu erhalten. Die Bündelung der Berichterstattung sei ein Schlag gegen die Medienvielfalt, wetterte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. "Wenn in den Mantelteilen von 'Hannoverscher Allgemeinen, 'Ostsee-Zeitung' und 'Kieler Nachrichten' die gleichen Inhalte geliefert würden, wäre das ein publizistischer GAU." Zu befürchten wäre, dass die Attraktivität des Mediums Zeitung weiter sinken würde, so Konken. Keinesfalls dürfen journalistische Arbeitsplätze untauglichen Zukunftsvisionen geopfert werden."

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