Leistungsschutzrecht der Verlage: Auch Burda entscheidet sich für die VG Media

 

Nach Axel Springer hat auch Hubert Burda Media angekündigt, das neue Leistungsschutzrecht (LSR) der Presseverleger in Zukunft von der VG Media wahrnehmen zu lassen und einen Anteil an der Verwertungsgesellschaft zu übernehmen. Doch auch das Lager der LSR-Skeptiker bekennt Farbe:

Nach Axel Springer hat auch Hubert Burda Media angekündigt, das neue Leistungsschutzrecht (LSR) der Presseverleger in Zukunft von der VG Media wahrnehmen zu lassen und einen Anteil an der Verwertungsgesellschaft zu übernehmen. "Es ist meine feste Überzeugung, dass die Verlage jetzt die große Chance haben, selbst über die gewerbliche Verwertung ihrer Inhalte durch Suchmaschinen und Aggregatoren zu entscheiden", schreibt Burda-Vorstand Philipp Welte in einem Statement. Sie müssten diese Aufgabe aber gemeinsam angehen. "Deshalb planen wir, Gesellschafter der VG Media zu werden und unser Recht auf Leistungsschutz durch sie durchsetzen zu lassen", so Welte weiter. Die Gespräche darüber seien "weit fortgeschritten".

Weltes Ankündigung kommt eine knappe Woche nach einer entsprechenden Ansage Springers: Vorstandschef Mathias Döpfner hatte schon am vergangenen Mittwoch publik gemacht, dass seine Wahl auf die VG Media gefallen sei (kress.de vom 6. November 2013). Bislang treibt die Verwertungsgesellschaft vor allem Abgaben für TV- und Radiosender ein.

Spiegel macht nicht mit

Dass Burda und Springer ihr Leistungsschutzrecht über die VG Media wahrnehmen lassen wollen, ist keine Überraschung: Wie bereits im kressreport 21/2013 berichtet, werben sie hinter den Kulissen unter den übrigen Presseverlagen schon seit Längerem für diese Lösung. Die eigentlich spannende Frage ist indes, wie viele Nachahmer sie finden. Eine Reihe namhafter Häuser hat sich aber bereits gegen die VG-Media-Lösung ausgesprochen und ihr Nein öffentlich gemacht: Eine Sprecherin des Spiegel Verlags erklärte auf Anfrage von kress, der Verlag habe sich "derzeit sowohl gegen die Übernahme von Anteilen an der VG Media als auch gegen den Abschluss von Wahrnehmungsverträgen entschieden". Der Spiegel Verlag hält das LSR als "Verbortsrecht" zwar für "wertvoll", glaubt aber nicht an eine sinnvolle "kaufmännische Verwertung" durch eine VG. Nach einem Bericht der "w&v" wollen sich ferner die Verlagsgruppe Handelsblatt und Gruner + Jahr nicht auf den von Burda und Springer gewiesenen Weg begeben.

Selbst Häuser, die eine Zusammenarbeit mit der VG Media offiziell noch prüfen, haben zudem zumindest erhebliche Bedenken gegen eine solche kollektive Lösung. Das gilt etwa für den FAZ-Verlag und den Süddeutschen Verlag. In diesem Kreis gibt es die Befürchtung, dass bei einer Kollektivlösung dem besonderen Wert ihrer "Premiuminhalte" keine Rechnung getragen würde. Außerdem verspüren führende Manager aus dem Kreis der Skeptiker wenig Lust, sich auf eine vermutlich kostspielige Auseinandersetzung mit Google einzulassen, deren Ausgang im Sinne der Verlage höchst unsicher ist.

Ihre Kommentare
Kopf

KFR

11.11.2013
!

wird ein ähnlicher Kahlschalg wie die GEMA Rechte Monopol VERWERTUNG mit völligen Kultur Stillstand auf breitester Ebene , schwerstem Schaden für Republick und Generationen ; wobei sich die Betreiber nur selbst isolieren und ans Bein pieseln


X

Kommentar als bedenklich melden

 
×

Bestätigung

Dieser Kommentar wurde erfolgreich gepetzt.

×

Oooooooooops

Beim Petzen trat ein Fehler auf. Versuchen Sie es bitte noch einmal.

Inhalt konnte nicht geladen werden.