"Focus"-Chefredakteur Jörg Quoos: "Nicht bloß spielen, ein Nachrichtenmagazin zu sein"

20.11.2013
 

"Wir können nicht bloß spielen, ein Nachrichtenmagazin zu sein", sagt "Focus"-Chefredakteur Jörg Quoos in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Natürlich müsse man dafür die Exklusivnachrichten auch haben. Quoos kündigt an, die Dosis der Nutzwertthemen zu verändern und mittelfristig zu verringern.

"Wir können nicht bloß spielen, ein Nachrichtenmagazin zu sein", sagt "Focus"-Chefredakteur Jörg Quoos in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" vom Mittwoch. Natürlich müsse man dafür die Exklusivnachrichten auch haben. Quoos kündigt an, die Dosis der Nutzwertthemen zu verändern und mittelfristig zu verringern. "Ich versuche, Qualität und Relevanz zu erhöhen", erklärt der frühere "Bild"-Mann, der stolz darauf ist, dass der "Focus" wieder häufiger zitiert wird.

"Es wird höchste Zeit, dass wir in der Hauptstadt präsenter sind, daher hole ich die Politik und die Kultur dahin. Und ich achte genau darauf, dass unser Profil nicht verändert wird", so Quoos in der "Süddeutschen". Und er stellt gleich klar: "Nur weil der 'Focus' den Standort Berlin aufbaut, wird er keine Kreuzberger Gesinnungsverwirrung erleiden."

Hintergrund: Der "Focus" siedelt seine Zentralressorts Politik und Kultur sowie Teile der Produktion vollständig nach Berlin um (kress.de vom 2. Oktober 2013). Dafür werden 25 Redaktionsstellen von München in die Hauptstadt verlagert. Die Büros befinden sich ab Frühjahr 2014 in der neuen Berliner Niederlassung von Hubert Burda Media am Potsdamer Platz.

Quoos ist "sehr zuversichtlich, dass am Ende fast alle mitgehen werden". Der "Focus" gehe aus strategischen Erwägungen nach Berlin, nicht, um Leute loszuwerden. "Ich erhoffe mir, dass es bald noch mehr relevante Geschichten, mehr Nachrichten aus der Hauptstadt gibt, wenn wir dort mit etwa 50 Leuten vertreten sind und die Wege zu Hintergrundgesprächen, Ministerien und zu den internationalen Vertretungen viel kürzer sind."

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