"Internet Magazin" (Weka) im kress-Check: Thomas Knüwers "Wired"-Light-Version

 

Thomas Knüwer hat offenbar Gefallen gefunden an dem Vorzeige-Titel "Editor at Large": Nun hat sich der Ex-"Wired"-Mitgründer, der sich dort zuletzt ebenfalls so nennen durfte, einen neuen Verlag für die Job-Beschreibung "EaL" gesucht: Heraus gekommen ist das wiederbelebte "Internet Magazin" von Weka, dessen Startausgabe er gleich mit mehreren Artikeln bestückt.

Thomas Knüwer hat offenbar Gefallen gefunden an dem Vorzeige-Titel "Editor at Large": Nun hat sich der Ex-"Wired"-Mitgründer, der sich dort zuletzt ebenfalls so nennen durfte, einen neuen Verlag für die Job-Beschreibung "EaL" gesucht: Heraus gekommen ist das wiederbelebte "Internet Magazin" von Weka, dessen Startausgabe er gleich mit mehreren Artikeln bestückt.  

"Fortschrittsoptimistisch, aber nicht unkritisch"

Die Parole "fortschrittsoptimistisch, aber nicht unkritisch" hat Thomas Knüwer dem 100-Seiten-Magazin mit auf dem Weg gegeben. Vollmundig will man aber auch "neue Akzente im Wirtschaftsjournalismus setzen". Wenn man auf den Themenmix blickt, findet man tatsächlich Vieles der ersten Kategorie. Neu erfunden wurde im Neustart - das Heft ging 1996 schon einmal an den Start - nicht wirklich.

Knüwer selbst hat unter anderem die europäische Facebook-Zentrale in Dublin besucht und berichtet zusammen mit Frank Puscher von allerlei Menschelndem zwischen Teeküche, Billard-Erholungszimmer und den mit Landesflaggen geschmückten Support-Raum. Nebenbei erzählt er noch einmal von der Erfolgsgeschichte des Social-Media-Riesen und lässt auch Kritisches anklingen, wenn geschildert wird, wo es in der Kommunikation zwischen Facebook, Agenturen und Unternehmen oft knirscht.

In einem zweiten Teil widmet sich Knüwer gesondert den Problemen im Facebook-Kundendienst. An wen sich der Artikel allerdings genau richten soll - interessierte Laien oder Web-Experten -, wird nicht ganz klar. Ähnlich ratlos wirkt man bei einigen weiteren Langstücken, die in der Aufmachung Größe andeuten und dann doch blass bleiben.

Wiedersehen mit alten Web-Bekannten

In die latente Beliebigkeit hinein darf dann Jeff Jarvis noch einmal zu seinem immerhin 2009 erschienenen und fast nirgendwo nicht diskutierten Standardwerk "What Would Google Do?" noch einmal Stellung beziehen. Das allerdings auf sieben Seiten. Und vom Erfolg von Y-Titty, dem Web-Comedy-Trio, hatte sogar schon ein bekennender Analoger mitbekommen: Harald Schmidt lud die Jungs zum Kennenlernen in seine Show ein - damals zu Sat.1-Zeiten. Das "Internet Magazin" stellt sie noch einmal vor.

Wo will Knüwer wirklich hin - doch nicht zurück zu "Wired"?

Die Frage, ob man sich nun in einem Publikums- oder einem Fachmedium befindet, wird vollends kompliziert, wenn man die durchaus ansprechende Optik berücksichtigt, die zwischen lange Text-Fahnen großflächige Fotos einbaut - bis hin zu doppelseitigen Schau-Strecken. Wenn dort dann putzige Gadgets regelrecht inszeniert werden, muss man tatsächlich an bekannte Vorbilder denken.

Heraus kommt eine Art "Wired"-Anverwandlung, allerdings eine doch sehr leichtgewichtige. Doppelt so gewichtig ist nur der Preis: Immerhin sieben Euro möchte Weka für das "Internet Magazin" haben.

Ihre Kommentare
Kopf

joey

22.11.2013
!

Wenn ehemalige Print-Journalisten zu Print-Journalismuskritikern und Web-Beratern mutieren, um dann mit eigenem Print-Journalismus zu zeigen, dass man zwar ordentlich rumkriteln, aber nur sehr mäßig blattmachen kann, dann lässt mich das schon schmunzeln.

Da scheint sich jemand gehörig zu überschätzen.

Übrigens - feine süffisante Heftkritik, Herr Sommer. Zwischen den Zeilen besonders lustig.


mark schönborn

22.11.2013
!

Das t3n Magazin sei in dem Zusammenhang doch auch mal erwähnt http://t3n.de/magazin/t3n-nr-34-die-100-wichtigsten-koepfe-im-netz/


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