WDR-Rundfunkrat hat gewählt: Schönenborn wird Fernsehdirektor, Weber Hörfunkdirektorin

 

Von WDR-Intendant Tom Buhrow vorgeschlagen, vom Rundfunkrat gewählt. Jörg Schönenborn, 49, wird Fernsehdirektor des WDR und Valerie Weber, 47, neue Hörfunkdirektorin. Das hat der Rundfunkrat des Senders in seiner Sitzung am Freitag entschieden.

Von WDR-Intendant Tom Buhrow vorgeschlagen, vom Rundfunkrat gewählt. Jörg Schönenborn (Foto) wird Fernsehdirektor des WDR. Das hat der Rundfunkrat des Senders in seiner Sitzung am Freitag entschieden. Der WDR-Chefredakteur Fernsehen bekam von 40 gültigen 34 Ja-Stimmen. Weber, Programmdirektorin und Geschäftsführerin von Antenne Bayern, schaffte es sogar - obwohl umstritten - auf 40 Ja-Stimmen von 43 gültigen.

Der Vertrag der amtierenden Fernsehdirektorin Verena Kulenkampff läuft am 30. April 2014 aus. Ebenfalls zum 30. April läuft der Vertrag amtierenden Hörfunkdirektors Wolfgang Schmitz aus.

Das klare Votum bedeute "nachdrückliche Unterstützung" für Buhrow, sagte die Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi. Buhrow sprach von einem "Signal des Aufbruchs".

Die Sorge, die WDR-Radioprogramme würden in Zukunft nur noch Spielesendungen ausstrahlen, müsse niemand haben, so Weber. "Dennoch ist mir Interaktion mit den Publikum wichtig. Es geht darum, aus Hörern aufmerksame Zuhörer zu machen", sagte Weber weiter. "Ich verstehe absolut die Ängste, die im Haus herrschen. Ich bin für frischen Wind, insofern kann ich auch damit umgehen, wenn der Wind mal von vorn kommt."

Schönenborn sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit als künftiger Fernsehdirektor im noch engeren Zusammenwachsen der beiden Medien Internet und Fernsehen. Er ist seit 2002 WDR-Chefredakteur Fernsehen und Leiter des Programmbereichs Politik und Zeitgeschehen. Unter seiner Verantwortung sind eine Reihe erfolgreicher Informationsformate entwickelt worden. Dazu gehören "hart aber fair" als Polittalk, "Markencheck", "Wahlarena" und im WDR "Sport inside" und "Tagesschaum". Außerdem hat er Wahlsendungen im Ersten moderiert und steht für den "ARD Brennpunkt" und den "Presseclub" vor der Kamera.

Weber ist seit 2004 Programmdirektorin von Antenne Bayern. 2006 wurde sie zudem Geschäftsführerin des Senders und von Rock Antenne. Zuvor war sie u.a. Programmdirektorin bei Hit-Radio Antenne 1 in Stuttgart und Programmdirektorin der Ostseewelle in Rostock.

Hintergrund: Die Mitarbeiter des WDR-Hörfunks hatten im Vorfeld der Wahl einen Protestbrief an Buhrow geschrieben und ihren Unmut über eine mögliche Wahl Webers zur Hörfunkdirektorin bekundet. Darin hieß es u.a. "Valerie Weber ist ohne Zweifel eine sehr erfolgreiche Radiomanagerin. Sie hat ihre Erfolge über Jahrzehnte allerdings ausschließlich im Privatfunk erzielt." Und weiter: "Wie soll der WDR-Hörfunk in  der ganzen Bandbreite seiner Qualitäts-Programme authentisch von einer Persönlichkeit geführt werden, die Ihre unbestrittenen Quoten-Erfolge im Radio ausschließlich in Programmen mit einem Mix aus seichtem Pop, reißerischer Eigenwerbung, Regionalpatriotismus, ständigen Gewinnspielen und Comedybeiträgen erzielt hat – kurz: reinem Formatradio?"

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