"Nicht noch mehr Zeit und junge Menschen verlieren": GVK drängt auf Jugendangebot von ARD & ZDF

 

Die Konferenz der Gremienvorsitzenden der ARD (GVK) unterstützt "mit Nachdruck" den geplanten gemeinsamen Jugendkanal von ARD und ZDF. Der lineare TV-Kanal sei dafür ein ebenso unverzichtbarer Baustein wie originäre Online-Inhalte, heißt es in einer Mitteilung.

Die Konferenz der Gremienvorsitzenden der ARD (GVK) unterstützt "mit Nachdruck" den geplanten gemeinsamen Jugendkanal von ARD und ZDF. Der lineare TV-Kanal sei dafür ein ebenso unverzichtbarer Baustein wie originäre Online-Inhalte, heißt es in einer Mitteilung. Die Gremienvorsitzenden appellieren an die Medienpolitik, die dafür notwendigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Gremien, GVK und Programmbeirat der ARD sind sich darüber einig, dass Inhalte aus Fernsehen, Online und Hörfunk zusammen ein geeignetes Angebot für die junge Zielgruppe bilden müssen. Das der Rundfunkkommission der Länder von ARD und ZDF vorgelegte Konzept für einen Jugendkanal biete aus Sicht der GVK eine geeignete Ausgangsbasis, um die bestehenden Angebote konsequent zusammenzuführen und das gemeinsame Engagement systematisch auszubauen.

Mut zum Experiment

Die GVK fordert von den Programmverantwortlichen Mut zum Experiment und zur Innovation. Außerdem sollen sie den jungen Programmmachern in der Senderfamilie Verantwortung geben. "Wir vertrauen auf die Kompetenz gerade unserer jungen Talente, ein überzeugendes Gesamtangebot für Jüngere mit öffentlichrechtlichem Profil zu schaffen", so der GVK-Vorsitzende Uwe Grund.

Eine konsequent multimediale Ausrichtung eines öffentlich-rechtlichen Jugendangebots hält die GVK für "unerlässlich". Aufgrund des eingeschränkten Telemedienauftrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk sind originäre Online-Inhalte aktuell nur sehr begrenzt bzw. eng sendungsbezogen möglich, heißt es weiter in der Mitteilung. Um den Anforderungen insbesondere der jungen Nutzer gerecht zu werden, bedürfe es daher einer Anpassung des Telemedienauftrags.

"Nicht noch mehr Zeit verlieren"

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe die Aufgabe, mit seinen Angeboten die gesamte Gesellschaft zu erreichen, so Uwe Grund. "Wir appellieren daher an die Verantwortlichen in der Medienpolitik, nun die Grundlagen für ein multimediales Jugendangebot zu schaffen, um nicht noch mehr Zeit und damit junge Menschen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verlieren."

"Wir können und wollen nicht länger warten", sagte auch Horst Saage, Noch-Vorsitzender des MDR-Rundfunkrates in Richtung Politik (kress.de vom 28. Oktober 2013). Wenn man die jungen Zuschauer nicht verlieren wolle, dann sei ein "trimediales Jugendangebot die richtige Antwort".   

Hintergrund: ARD und ZDF sind  Ende Oktober mit ihrem Konzept für einen gemeinsamen Jugendkanal bei den Ministerpräsidenten der Bundesländer abgeblitzt (kress.de vom 25. Oktober 2013). Bis zum Frühjahr des kommenden Jahres müssen sie noch offene Fragen beantworten. Kurz nach der Entscheidung der Politiker hatte sich bereits der NDR-Rundfunkrat hinter den geplanten Jugendsender gestellt

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