Neue Zentralredaktion RND: Madsack schreibt 35 Stellen aus

 

Die Pläne der Mediengruppe Madsack für eine Zentralredaktion nehmen Gestalt an: Sie schreibt jetzt intern die Jobs für die neue Einheit namens RedaktionsNetzwerk Deutschland GmbH (RND) aus. Insgesamt soll das RND 35 Stellen haben.

Die Pläne der Mediengruppe Madsack für eine Zentralredaktion nehmen Gestalt an: Sie schreibt jetzt intern die Jobs für die neue Einheit namens RedaktionsNetzwerk Deutschland GmbH (RND) aus. Insgesamt soll das RND 35 Stellen haben. Es gibt keine Ressorts im klassischen Sinne, sondern Desks: einen Newsdesk, einen Magazindesk, einen Sportdesk und einen Servicedesk, wo u.a. ein neues gemeinsames Wochenendjournal für die Madsack-Tageszeitungen entstehen soll.

Die Zentralisierung der überregionalen Berichterstattung am Madsack-Stammsitz in Hannover ist Teil eines größeren Vorhabens: Anfang Oktober stellte Thomas Düffert, 46, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung, das Programm "Madsack 2018" vor (kress.de vom 4. Oktober 2013). Es sieht vor, dass sich die Standorte der Mediengruppe auf ihre "regionale Kompetenz in Vermarktung und Redaktion" konzentrieren sollen, während überregionale Aufgaben zentralisiert werden. Dementsprechend wollen Düffert & Co. die überregionale Berichterstattung in einer Zentralredaktion bündeln, die für Politik, Wirtschaft, Sport, Kultur, Service, Seite 3/Reportage, Panorama und das Wochenendjournal zuständig ist.

Der Mann für die Details ist Matthias Koch, 51, bislang Chefredakteur der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" und jetzt journalistischer Kopf des RND (kress.de vom 7. November 2013). Im aktuellen kressreport 24/2013 äußert er sich zu den Madsack-Plänen.

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Das RND wird seine Arbeit laut Koch im kommenden Jahr peu à peu aufnehmen, und zwar beginnend im hinteren Teil der Madsack-Zeitungen mit Serviceseiten und der TV- und Medienseite. Die Zentralredaktion soll dabei sowohl ganze Seiten als auch Module zu überregionalen Themen liefern, die vor Ort um regionalen Stoff ergänzt werden. Ihr ist zudem eine koordinierende Funktion zugedacht: Sie soll etwa bei wichtigen überregionalen Ereignissen geeignete Autoren in den Redaktionen des Hauses ausfindig machen.

Koch erhofft sich von der neuen Arbeitsteilung zwischen der Zentrale in Hannover und den Redaktionen der Madsack-Tageszeitungen eine bessere Qualität der Berichterstattung: "Jede Zeitung kann sich aufs Regionale fokussieren und ihren Lesern hier mehr bieten als große überregionale Zeitungen wie 'SZ' oder 'FAZ'", sagt er. "Zugleich bekommt jeder unserer Titel im überregionalen Teil eine Qualität, die er auf sich alleingestellt nicht erreicht." Befürchtungen, am Ende der Zentralisierung stehe die Einheitszeitung, will Koch entkräften: So solle etwa die Seite eins weiter in Regie der einzelnen Redaktionen vor Ort entstehen.

Madsack gibt insgesamt 18 Tageszeitungen in sieben Bundesländern heraus und leistet sich dafür derzeit fünf Mantelredaktionen. Dort sind nach Angaben des Konzernbetriebsrats 150 Redakteure beschäftigt. Wie viele Stellen der Zentralisierung zum Opfer fallen - dazu äußert man sich bei Madsack nur verhalten bis gar nicht. Klar ist aber, dass im Überregionalen weiter Jobs abgebaut werden und dass der Aufbau des RND die Voraussetzungen dafür schafft. So ist etwa davon auszugehen, dass Madsack im Berliner Haupstadtbüro was abknapst. Derzeit sind dort 15 Personen beschäftigt. Das RND unterliegt zudem nicht der Tarifbindung.

Eine ausführliche Darstellung der Madsack-Pläne lesen Abonnenten im kressreport 24/2013, der am Freitag erschienen ist. Dort steht auch, wo Konzernchef Düffert und seine Leute mit "Madsack 2018" auf Hindernisse stoßen. Hier geht's zum Abo-Glück!

Ihre Kommentare
Kopf

Düsselbarsch

29.11.2013
!

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Natürlich soll die Zentralredaktion nur den Qualitätsjournalismus sicherrn helfen. Und die Kostensenkung durch Aufgabe der Tarifbindung dient wahrscheinlich nur dazu, Journalisten nicht durch zuviel Konsum von ihrer Arbeit abzulenken.


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