Kooperation für deutsche Kino-Reihen abgeschlossen: Spiegel.tv zeigt ab sofort auch Spielfilme

 

Spiegel.tv, das frei zugängliche Web-TV-Angebot der Spiegel-Gruppe, öffnet nach kress-Informationen ab sofort den Kinovorhang und geht mit deutschen Leinwand-Produktionen wie Fatih Akins "Gegen die Wand" oder Lars Jessens Musikkultfilm "Fraktus" auf Zuschauerfang. Rundherum schnürt Chefredakteur Steffen Haug passende Doku-Pakete. "Es ist ein Markt, den alle besetzen wollen." 

Spiegel.tv, das frei zugängliche Web-TV-Angebot der Spiegel-Gruppe, öffnet nach kress-Informationen ab sofort den Kinovorhang und geht mit deutschen Leinwand-Produktionen wie Fatih Akins "Gegen die Wand" oder Lars Jessens Musikkultfilm "Fraktus" auf Zuschauerfang. Rundherum schnürt Chefredakteur Steffen Haug passende Doku-Pakete.

"Es ist ein Markt, den alle besetzen wollen - auch wegen der Herausforderungen die neue, vor allem amerikanische, Player in diesem Markt in Zukunft mit sich bringen werden", gibt er die Strategie vor. Nach dem Scheitern der gemeinsamen Web-TV-Projekte von ProSiebenSat.1 und RTL oder Germany's Gold drängen bekanntlich Netflix & Co. von außen aggressiv in den deutschen Markt für Bewegtbild-Portale.

Freitags ab 16:00 Uhr läuft der erste Kino-Film

Daher rüstet das bislang auf Dokumentarisches spezialisierte Web-Angebot Spiegel.tv mit Filmen auf. Die erste Kino-Vorstellung beginnt am Freitag, 29. November auf der Seite. Dann steht ab 16:00 Uhr bis zum darauf folgenden Montag um 10:00 Uhr der vom NDR koproduzierte Hamburg-Film "Gegen die Wand" zum Anklicken bereit. 

"Es ist ein länger gehegter Wunsch, dass wir unsere Dokus mit geeigneten fiktionalen Filmen zusammentreffen lassen. So können wir Themenpakete rund um die Filme schnüren", erläutert Steffen Haug das Prinzip. Angeflanscht an die Thematik des Migranten-Dramas werden einschlägige "Spiegel TV"-Dokus wie "Tödlicher Kultur-Clash", "Endlich Deutsch - Der lange Weg zur Einbürgerung", "Duisburg-Marxloh - Ein Stadtteil zwischen Ghetto und Integration", aber auch "Abenteuer Istanbul - Boomtown am Bosporus" und "Fremde Heimat - Deutsche im Ausland". 

Möglich macht das neue Fiktion-Angebot eine Kooperation mit der Online-Videothek Alleskino, mit der sich Steffen Haug auf ein gemeinsames Share-Geschäftsmodell geeinigt hat. Während die Filme bei Alleskino rund drei Euro pro Web-Ausstrahlung kosten, sieht man sie bei Spiegel.tv in einem begrenzten Zeitfenster kostenfrei - allerdings mit gelegentlicher Unterbrecherwerbung. 

66 Stunden Event-Film plus angedockte Dokus

"Der Film läuft nur 66 Stunden auf unserer Seite und hat daher Event-Charakter", erklärt Haug das Prinzip. Die Besonderheit von Spiegel.tv ist, dass jeweils nur ein Werbespot das Web-Fernsehprogramm unterbricht - und diese Unterbrechung erfolgt erst nach vier Minuten. Danach reduziert sich die Spot-Frequenz rasch. "Je länger man einen Beitrag bei uns sieht, desto weniger Werbung kommt nach dem ersten Spot", so Haug.

"Im Kern geht es darum, unsere Reichweite auszubauen. Dabei hoffen wir, dass wir nun über die Filme zusätzlich neues Publikum für uns gewinnen können", sagt er zur strategischen Stoßrichtung. Bislang kommen im Tagesmittelwert rund 59.700 Besucher zu Spiegel.tv, dort werden täglich durchschnittlich rund 93.000 Filmabrufe gezählt. Wer länger als eine Minute bleibt, verweilt dann in der Regel über 30 Minuten. "Am Wochenende liegt die Verweildauer unserer Nutzer deutlich höher", so Haug. Daher nun auch das Film-Weekend. 

Offen für weitere Partner

"Wir haben mit Spiegel.tv im Doku-Bereich ein Pflänzchen gesetzt, das bestens wächst und gedeiht", bilanziert er die bisherige Entwicklung. Unlängst erst wurden Kooperationen mit BBC, Vice und dem NDR bekannt, weitere Ausbaustufen stehen offenbar kurz bevor. "Unsere grundsätzliche Strategie zielt darauf ab, dass wir Spiegel.tv ausweiten", so Chefredakteur Haug. "Es gibt viele weitere Partner, die mit uns kooperieren wollen. Wir überlegen uns genau, mit wem wir uns strategisch zusammenschließen."

"Optimal aufgestellt im Bewegtbildbereich"

Unter Deutschlands Verlagen sehen sich die Hamburger für den Zukunftsmarkt, der natürlich auf das jüngere Publikum schielt, gut gerüstet. "Wir sind als Spiegel-Gruppe optimal für das aufgestellt, was man als Verlag im Bewegtbildbereich machen kann", sagt Haug.

Jetzt hat der Doku-Experte eben sein Kino-Herz geöffnet. "Wir sind schon seit mehr als zehn Jahren Partner bei First Steps – uns liegt nicht nur das Dokumentarische, sondern der gesamte deutsche Film sehr am Herzen", sagt er im kress-Interview. 

Für künftige Vorführungen liegen unter anderem folgende digitale Film-Rollen bereit: "Fractus", "Zur Sache Schätzchen" von May Spils, "Der Unhold" von Volker Schlöndorf, Joseph Vilsmaiers "Marlene" sowie "Schuld sind immer die anderen" (Regie: Lars-Gunnar Lotz). Das Doku-Archiv für entsprechenden Themenprogrammierungen ist gut gefüllt.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.