"Achtstellige Investition" für neues soziales Netzwerk: Global Brain zieht in den Kampf mit Facebook

 

Selbstbewusstsein und durch langjährige Auslandseinsätze gestählte Frusttoleranz fehlt Wolfgang Pinegger nicht. Der österreichisches Industrielle schickt mit seiner Neugründung GL Brain ein soziales Netzwerk ins Rennen, das die Vorteile von Facebook, Xing und Twitter mit sozialem Agenda-Setting zusammenbringen möchte. Wichtigstes Argument der neuen Plattform:

Selbstbewusstsein und durch langjährige Auslandseinsätze gestählte Frusttoleranz fehlt Wolfgang Pinegger nicht. Der österreichisches Industrielle schickt mit seiner Neugründung GL Brain ein soziales Netzwerk ins Rennen, das die Vorteile von Facebook, Xing und Twitter mit sozialem Agenda-Setting zusammenbringen möchte. Wichtigstes Argument der neuen Plattform: Man kann sich auf ihr anonym und angeblich zugriffssicher vernetzen.

Schon vom Aufbau der Einstiegsseite her ist www.glbrain.com überraschend anders aufgebaut als die mächtigen Platzhirsche, mit denen sich der ehemalige Deutsche Bank-Beirat und Pfleiderer AG-Vorstand anlegen möchte. Pinegger treibt mit 57 Jahren in der zweiten Hälfte einer bewegten Industrie-Karriere mit langjährigen Stationen etwa als Rüstungsunternehmer in Nigeria nun Gutmenschliches um. Er möchte brillante Köpfe zusammenbringen, um an gemeinsam an anstehenden Weltaufgaben zu arbeiten. Daher trägt seine Plattform den etwas pompösen Untertitel "The Missing Link".

Sozial-Engagierte stecken ihre Köpfe zusammen

Neben den üblichen kommunikativen Funktionen wie Chatten, Posten und Verlinken sowie dem Einstellen von Profilen können Nutzer über Global Brain einfach Petitionen erstellen sowie sich zu den beliebten "nachhaltigen" Themen zusammenfinden. Angereichert ist Global Brain mit vielen Echzeit-Statistiken zu gesellschafts- und weltpolitischen Themen. Längerfristig möchte Pinegger daraus eine Art "soziale Suchmaschine" generieren.

Tatsächlich ging Pinegger, der bei dem Projekt mit dem ÖVP-Politiker und ehemaligen Europarat-Generalsekretär Walter Schwimmer als Partner verbunden ist, in den vergangenen 24 Monaten stark in Vorleistung. In Belgrad hat er ein Entwicklungsteam aus zehn festangestellten, klugen IT-Programmierern zusammengestellt und in einer Art privatem Think Tank mit angeschlossenen Gemeinschaftswohnungen arbeiten lassen. "Niemand war an unserer Seite", sagt Pinegger im Rückblick. Anbindungen an bestehende Start-up- oder auch größere Web-Unternehmungen bestanden zu keinem Zeitpunkt.

"Nach Edward Snowden gehörst du der Katz"

Nach einer Erprobungsphase mit angemieteten Servern aus dem Amazon-Park, baute Pinegger sogar einen eigenen Cloud-Serice auf - mit Großrechnern, die nun in Deutschland stehen. "Als ich die ersten Bericht rund um die Enthüllungen von Edward Snowden las", erzählt der Österreicher, "dachte ich mir: Jetzt gehörst du der Katz." Tatsächlich gab die weltweite Empörung über den Zugriff Dritter auf sensible Daten auch aus sozialen Netzwerken für Pinegger den Ausschlag Global Brain, anders aufzuziehen - mit sehr weitreichenden Anonymisierungsmöglichkeiten.

"Ein Geschäftsmodell ohne persönliche Daten"

Vom Geschäftsmodell mit werberelevanten Datenströmen hat er sich daher abgeschnitten. Längerfristig soll Global Brain neben Anzeigenerlösen über Abo-Angeboten und den Möglichkeiten, sich als Unternehmen prominent auf eigenen Seiten zu präsentieren, finanziert werden. "Es ist ein Geschäftsmodell ohne persönliche Daten", sagt Wolfgang Pinegger. Dass es trotzdem funktionieren kann, davon ist zumindest der Gründer überzeugt.

Hinter der Entwickung, für die Pinegger selbst die Programmier-Bücher geschrieben hat, steckt die Arbeit von drei Jahren und hohe private Anschub-Kosten: Eine "achtstellige Investition" will Pinegger getätigt haben. "Nun wollen wir bald anfangen, Umsätze zu erwirtschaften."

Vom Start weg international ausgerichtet

Die Testphase von Global Brain ist abgeschlossen. Auch ohne Werbung ist man stolz darauf, dass täglich rund 15.000 Nutzer mit dem Netzwerk arbeiten. Der Großteil davon befindet sich allerdings auf Balkan-Ländern, was an der Startphase im Umfeld der Belgrader Hochschulen lag. Internationalität ist ohnehin Teil der Strategie: Global Brain bietet derzeit 20 Sprachfassungen und kann theoretisch zumindest in 230 Ländern der Erde genutzt werden.

Trotz privater Finanzspritze: Auch Global Brain kann natürlich weiteres Entwicklungsgeld benötigen. Bei Indiegogo läuft derzeit ein entsprechender Crowdfunding-Aufruf.

Ihre Kommentare
Kopf
Jörg Oyen

Jörg Oyen

foryouandyourcustomers.com
Berater Content & Design

16.12.2013
!

Sehr schön, FaceBook hat mit «intelligenter» und für die #Zukunft «sinnvoller» Vernetzung nicht viel gemeinsam.


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