Der "Tatort" aus Weimar im kress-Check: Tschirner und Ulmen sind eine sichere Bank

 

Schräg geht es zu, in diesem neuen "Tatort": Wer Nora Tschirner und Christian Ulmen, die neuen Ermittler aus Weimar, eh schon als Schauspieler mag, kommt in der Episode "Fette Hoppe" auf seine Kosten. Die beiden harmonieren und liefern das ab, was man von ihnen erwartet.

Schräg geht es zu, in diesem neuen "Tatort": Wer Nora Tschirner und Christian Ulmen, die neuen Ermittler aus Weimar, eh schon als Schauspieler mag, kommt in der Episode "Fette Hoppe" auf seine Kosten. Die beiden harmonieren als Kommissar Lessing (kommt ohne Vornamen aus) und Kommissarin Kira Dorn, die als Schwangere mit Knarre schon an sich eine komische Figur abgibt. 

Tschirner und Ulmen liefern das ab, was man von ihnen erwartet: witzige Dialoge, über die man sowohl lauthals lachen als auch leise schmunzeln kann. Dafür ist die Konstellation ja auch bereits durch andere Filmen (u.a. "FC Venus") bekannt. Doch im Gegensatz zu ihren Kollegen aus Münster halten die Weimarer in der ersten Folge durchgängig ein gesundes Humorlevel, ohne ins Klamaukige abzusacken. 

Es geht um die Wurst

Während die zwei Hauptrollen sich durchaus von ihrer jeweils besten Seite zeigen, ist es die Geschichte, die streckenweise hakt. Zum Kurzinhalt: Die Weimarer Wurstkönigin Brigitte Hoppe (Elke Wieditz) wird vermisst. Ihre Fleischerei ist für die beste Rostbratwurst Thüringens, auch "fette Hoppe" genannt, berühmt. Nicht nur der Sohn der Vermissten (toll gespielt von Stephan Grossmann) und seine heimliche Freundin Nadine Reuter (Palina Rojinski) geraten ins Visier von Lessing und Dorn.

Hier und da werden weitere Verdächtige eingeführt, die dem Zuschauer manchmal den Durchblick erschweren. Der Eindruck ist: Etwas wird künstlich in die Länge gezogen, was auch in die Sendezeit von 60 Minuten gepasst hätte. Mehr Tempo hätte der Story gut getan. Dafür wird man zum Ende hin für seine Geduld belohnt. Nur so viel: Es hat nichts mit dem Täter zu tun.

Wenig Spannung, viel Spiel

Der neue "Tatort" aus Weimar ist der sechste Krimi, den der MDR ins Programm gehoben hat, obwohl das Budget nur fünf im Jahr vorsieht. "Es ist der Versuch, mit dem Ermittlerduo Ulmen und Tschirner einen zweiten, deutlich komödiantischen 'Tatort' zu produzieren", so MDR-Fernsehspielchefin Jana Brandt gegenüber kress. "Wir wollten das ungern absagen und haben dann bei der Degeto nachgefragt, ob sie uns bei der Finanzierung aushilft", so Brandt (kressreport 21.13). Zunächst war der "Tatort" aus Weimar als einmaliges Weihnachtsspecial angelegt. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass der MDR eine zweite Folge plant.

Fazit: "Fette Hoppe" ist leichte Kost, die nach Gans und Knödeln perfekt ins Weihnachtsprogramm passt. Statt Spannung findet man viel Spiel vor: Ulmen und Tschirner sind eine sichere Bank für den MDR. Sie zahlen nicht nur mit ihrem Promibonus, sondern auch mit ihrer jungen Art auf die Ziele der Krimireihe ein. MDR-Intendantin Karola Wille hat sich mit der Fortsetzung einen großen Gefallen getan.

"Fette Hoppe" (Drehbuch: Murmel Clausen und Andreas Pflüger, Regie: Franziska Meletzky) ist eine Produktion der Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG im Auftrag des MDR und der ARD Degeto.

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