Volker Herres über ARD-Talks: "Vielfalt hat sich ausgezahlt"

 

Vier der fünf ARD-Talk-Formate konnten im zweiten Jahr nach der Strukturreform im Ersten ihre Marktanteile zum Teil deutlich steigern. Das teilt das Erste am Freitag mit. "Es hat sich ausgezahlt, dass wir auf Vielfalt gesetzt haben und dass das Profil der einzelnen Formate 2013 noch geschärft wurde", so Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen.

Vier der fünf ARD-Talk-Formate konnten im zweiten Jahr nach der Strukturreform im Ersten ihre Marktanteile zum Teil deutlich steigern. Das teilt das Erste am Freitag mit. "Es hat sich ausgezahlt, dass wir auf Vielfalt gesetzt haben und dass das Profil der einzelnen Formate 2013 noch geschärft wurde", so Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen. "Ich kann unseren fünf  Moderatoren des Abends nur gratulieren - für ihre Leistung, für relevante Themen, interessante Gäste und Unterhaltung auf hohem Niveau."

Mit durchschnittlich 4,86 Mio Zuschauern ist "Günther Jauch" unumstritten die erfolgreichste Gesprächssendung im deutschen Fernsehen. Im Jahresdurchschnitt 2013 erreicht die Sendung aus dem Gasometer in Berlin am Sonntagabend einen Marktanteil von 17% (kress.de vom 17. Dezember 2013). Im Vorjahr waren es noch 4,57 Mio Zuschauer und ein Marktanteil von 15,8%.

"Menschen bei Maischberger" unter Vorjahreswert

Höhere Marktanteile konnten auch "hart aber fair" mit Frank Plasberg (10,6% statt 9,7% in 2012), "Anne Will" (10,6% statt 10,2%) und "Beckmann" (7,6% statt 7,2%) verbuchen. Lediglich bei "Menschen bei Maischberger" liegt der Marktanteil von 11,2% diesmal unter dem Vorjahreswert (11,8%).

Während "hart aber fair" mit 3,21 Mio (+160.000 pro Sendung) und "Günther Jauch" mit 4,86 Mio (+190.000) viele Zuschauer hinzugewinnen konnten, kam Reinhold Beckmann mit 1,03 Mio exakt auf den Vorjahreswert. Geringe Einbußen bei den realen Zahlen verzeichneten die Talk-Ladies Anne Will mit durchschnittlich 1,46 Mio Zuschauern (-90.000 gegenüber 2012) und Sandra Maischberger mit durchschnittlich 1,55 Mio Zuschauern (-140.000).

Die erfolgreichste Sendung von "hart aber fair" war die vom 14. Oktober zum Thema "Diagnose Alzheimer - Mildes Wegdämmern oder Absturz ins Dunkel?", die 5,31 Mio Zuschauer einschalteten (Marktanteil von 21,3%).

Das größte Zuschauerinteresse bei "Beckmann" löste das Thema "Zu Unrecht in der Psychiatrie? Der Fall Gustl Mollath" am 15. August aus. 1,94 Mio Zuschauer (14,5% MA) waren am Bildschirm dabei, als sich Mollath kurz nach seiner Freilassung im Ersten zu seiner Zwangsunterbringung in der Psychiatrie und den Versäumnissen der bayerischen Justiz äußerte.

Die meisten Zuschauer (2,41 Mio, 13,8% MA) erreichte "Anne Will" am 29. Mai auf dem Sendeplatz mittwochs um 22:45 Uhr mit der Frage: "Allahs Krieger im Westen - wie gefährlich sind radikale Muslime?". "Menschen bei Maischberger" kam am 5. Februar mit dem Thema "Entmündigt - Wenn Betreuung zum Albtraum wird" auf den höchsten Wert, als 2,05 Mio Zuschauer (12,4% MA) einschalteten.

Nach der Weihnachtspause starten "Beckmann" am 9. Januar, "hart aber fair" am 13. Januar, "Günther Jauch" am 19. Januar, "Menschen bei Maischberger" am 21. Januar und "Anne Will" am 29. Januar auf den gewohnten Sendeplätzen ins neue Jahr.

Hintergrund: Der WDR hat die Verträge mit Maischberger und Plasberg bis Ende 2015 verlängert (kress.de vom 20. Dezember 2013). Und auch Anne Will bleibt bis mindestens Ende 2015 ARD-Talkerin (kress.de vom 13. Dezember 2013). Reinhold Beckmann hingegen gab im Mai bekannt, dass er mit seiner Talkshow Ende 2014 aufhören werde (kress.de vom 26. Mai 2013). Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor gab den vier verbliebenen Talks daraufhin eine Bestandsgarantie. Vor allem der BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte sich im Frühjahr für eine Reduzierung von fünf auf drei Formate stark gemacht.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.