Debatte um Qualitätsjournalismus auf dem DLD: Warum Hubert Burda für das "Handelsblatt" wirbt

 

Vielleicht fühlte er sich vom "Der Freitag"-Verleger Jakob Augstein, der auf dem DLD etwas unpopulär eine Lanze für die Print-Wirtschaft brach, herausgefordert. Möglicherweise musste trotz digital-visionärer Euphorie auch mal wieder geklagt werden. Hubert Burda verteidigte den Ansatz, verlegerisch weit entlegene Umsatz-Quellen zu suchen. Mit Qualitätsjournalismus allein gebe es kein Überleben. 

Vielleicht fühlte er sich vom "Der Freitag"-Verleger Jakob Augstein, der auf dem DLD etwas unpopulär eine Lanze für die Print-Wirtschaft brach, herausgefordert. Möglicherweise musste trotz digital-visionärer Euphorie auch mal wieder geklagt werden. Hubert Burda verteidigte den Ansatz, verlegerisch weit entlegene Umsatz-Quellen zu suchen. Mit Qualitätsjournalismus allein gebe es kein Überleben. 

Gegen Ende eines Panels zur Zukunft des Journalismus, in der Zeit.de-Chefredakteur und Ex-Focus Online-Verantwortlicher Jochen Wegner transatlantische Ratlosigkeit moderieren musste, stand Verleger und Gastgeber Hubert Burda auf und klagte darüber, dass Tageszeitungen angesichts der weggebrochenen Rubrikenmärkte längst nicht mehr zu finanzieren sein. Daher entsprechende Investments in Xing

Jakob Augstein hatte zuvor diese Unterfangen kritisiert. "Burda macht viel im Digitalgeschäft, was wenig zu tun hat mit Journalismus", sagte er und bilanzierte etwas düster - und durchaus widersprechbar, dass in Deutschland kein Markt für den Verkauf journalistischer Inhalte im Netz existiere. Vermutlich bezog er viel davon auch auf eigene Erfahrungen. "'Der Freitag' ist immer noch ein sehr guter Weg, Geld zu verbrennen", sagte er. "Aber es ist eine Zeitung, die weiter wächst."

"WSJ" druckt wieder bezahlte Immobilien-Anzeigenseiten

Vom Aufbruchsgeist der Amerikaner wollte sich Augstein nicht anstecken lassen. Und dann wagte sich Rebecca Blumstein, Vize-Chefredakteurin des "Wall Street Journal", doch noch dazwischen. Nicht nur, dass sich in ihrem Heimatmarkt digitale Geschäftsmodelle bewähren und stark ausgebaut werden - sogar mit umstrittenen Mischformen wie "Native Advertising", dem sie sich "auf Zehenspitzen" nähere. Blumstein meldete stolz, dass das "WSJ" sogar wieder einen gedruckten Teil mit Immobilienanzeigen eingeführt habe - mit derzeit 18 Seiten.

Hubert Burda ließ sich dagegen zum Spekulieren hinreißen. Für die "Focus"-Aktivitäten - er sprach von "Focus.de" - liebäugele man derzeit intern offenbar mit Pay-Lösungen, die sich auf eine Kombination von Gedrucktem, Apps und Internet-Inhalten stützen. Vorbild wäre ausgerechnet der Konkurrent Holtzbrinck. "Das 'Handelsblatt' macht es am besten, lobte Burda.  

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