Umbau beim "Spiegel": Büchner will "geschäftsführenden Redakteur"- Ditz Kandidat

30.01.2014
 

"Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner will beim Hamburger Nachrichtenmagazin die Stelle eines geschäftsführenden Redakteurs einrichten, der sich besonders um die Zusammenarbeit zwischen Print und Online kümmern soll. Dies berichtet Ulrike Simon in der "Berliner Zeitung". Einen Kandidaten soll es schon geben: Rüdiger Ditz, Büchners Co-Chefredakteur bei "Spiegel Online".

"Spiegel"-Chefredakteur Wolfgang Büchner will beim Hamburger Nachrichtenmagazin die Stelle eines geschäftsführenden Redakteurs einrichten, der sich besonders um die Zusammenarbeit zwischen Print und Online kümmern soll. Dies berichtet Ulrike Simon in der "Berliner Zeitung". Einen Kandidaten soll es schon geben: Rüdiger Ditz, Büchners Co-Chefredakteur bei "Spiegel Online".

Büchner hat dem Bericht zufolge an diesem Mittwoch angekündigt, die Stelle eines geschäftsführenden Redakteurs zu schaffen. Dieser soll das "Projekt Eisberg" leiten. Dabei gehe es um die Neuregelung der Zusammenarbeit zwischen gedrucktem Magazin und "Spiegel Online" sowie die Koordination der beiden Redaktionen, schreibt Simon. Weitere Aufgaben seien Personalentwicklung sowie Entwicklung und Verantwortung des Redaktionsetats.

"Reine Bezahlangebote werden sich in Deutschland nicht etablieren"

Im Interview mit der "FAZ" stellt Büchner am Donnerstag klar, dass er nicht von der Idee halte "SpOn" ganz oder teilweise zu bepreisen. Man würde eine großen Teil der Reichweite und damit der Anzeigenerlöse verlieren. Das Angebot schreibt laut Büchner seit Jahren schwarze Zahlen. "Und wir dürfen nicht vergessen", so Büchner weiter, "mit den Öffentlich-Rechtlichen haben wir im Internet eine starke Konkurrenz, die scheinbar kostenlos ist. Schon deswegen werden wir in Deutschland reine Bezahlangebote nicht etablieren können.

5 Mio Umsatz mit digitalem "Spiegel"

Büchner folgert daraus, dass man auch im Netz Vertriebserlöse brauche, "deutlich mehr als jetzt". Schon heute sei Paid Content fester Bestandteil des "Spiegel"-Geschäftsmodells. Die verkaufte Auflage des digitalen "Spiegel" liege bei 50 000 Exemplaren, "wir haben im Jahr 2013 fünf Millionen Euro Umsatz erreicht". Büchner ist sicher: "Da geht mehr!"

Büchner will Freemium-Modell verfolgen: "'Spiegel' digital neu konzipieren"

Der "Spiegel"-Chefredakteur will ein Freemium-Modell verfolgen: "'Spiegel Online' ist und bleibt frei, das Premiumangebot ist der 'Spiegel', den wir digital völlig neu konzipieren und im Netz offensiver präsentieren werden. Wir werden bei 'Spiegel Online' Aufmachergeschichten haben, die direkt zum Heft führen und den Lesern so zeigen, dass man beim 'Spiegel' ein noch attraktiveres Angebot bekommen kann, wofür man allerdings bezahlen muss. Unsere Botschaft ist: Wir nehmen nichts von 'Spiegel Online' weg, machen aber ein zusätzliches Angebot. Die Leser werden nicht auf eine 'harte' Paywall stoßen. Um einen Text im digitalen 'Spiegel' zu lesen, wird es genügen, sich zunächst bei uns zu registrieren. Wer das Angebot dann aber auf Dauer nutzen will, muss das digitale Heft kaufen oder abonnieren."

"Sehnsucht nach Orientierung" - "Chance der großen Medienmarken"

Auf dem Medienmarkt sieht Büchner einen Trend, der sich wieder verstärken würde: "Die Sehnsucht nach verlässlichen Plätzen und nach Orientierung." Hier liege die Chance der großen Medienmarken, im digitalen Wettbewerb zu bestehen.

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