WDR, NDR, "SZ" auf Partnersuche: Mascolo will Rechercheteam weiter ausbauen

13.02.2014
 
 

Drei Partner sind nicht genug: Georg Mascolo will die Recherche-Allianz zwischen WDR, NDR und der "SZ" ausbauen. Bei einer Präsentation künftiger ARD-Dokumentationen in Berlin lud der frühere "Spiegel"-Chefredakteur auch die anderen dritten Programme ein, sich dem Verbund anzuschließen. Mittelfristig wird es wohl Kooperationen mit internationalen Partnern geben – namentlich nannte Mascolo den "Guardian" und die "New York Times".

Drei Partner sind nicht genug: Georg Mascolo will die Recherche-Allianz zwischen WDR, NDR und der "SZ" (kress.de berichtete) ausbauen. Bei einer Präsentation künftiger ARD-Dokumentationen in Berlin lud der frühere "Spiegel"-Chefredakteur auch die anderen dritten Programme ein, sich dem Verbund anzuschließen. Mittelfristig wird es wohl Kooperationen mit internationalen Partnern geben – namentlich nannte Mascolo den "Guardian" und die "New York Times". 

Kooperationen hält Macolo für zunehmend wichtig, weil sich mittlerweile einige Staaten massiv gegen die investigative Arbeit von Journalisten zu Wehr setzten. Er beobachte, dass es eine "gegenteilige Bewegung der Mächtigen gibt zu sagen: 'Welche Gesetze und Möglichkeiten finden wir, diese Form von Journalismus zu unterbinden?' Umso wichtiger wird es, glaube ich, die Kräfte zu bündeln und Aufklärungsbemühungen fortzusetzen." Mascolo steht erst seit knapp zwei Wochen an der Spitze des Rechercheteams, NDR und SZ schon seit Monaten gemeinsam.

Seine Kritik beschränkte sich nicht nur auf die USA. "Wir haben es nicht nur mit der NSA zu tun, sondern in vielen Ländern, in der Türkei, in Japan, China, in Großbritannien und den USA, dass es eine Gegenbewegung gibt gegen große Enthüllungen", sagte Mascolo. Deshalb sei es wichtig, internationale Medienkooperationen zu etablieren. Gerate der eine Partner unter Druck, könne die Arbeit in einem anderen Staat fortgeführt werden.

Alle Sender der ARD sind eingeladen

Der 49-Jährige deutete an, selbst Partnerschaften in den USA und Großbritannien schließen zu wollen. Er sagte: "Mal sehen ob wir nicht in der Zukunft auch das ein oder andere gemeinsam mit der 'New York Times' und dem 'Guardian' machen werden." Noch näher als diese Kooperation liegt eine Zusammenarbeit mit weiteren ARD-Sendern. Er hoffe, dass sich "alle in der ARD eingeladen fühlen", sagte Mascolo. Die WDR/NDR/"SZ"-Allianz sei kein geschlossenes Projekt und eine erweiterte Zusammenarbeit ergebe Sinn.

Mascolo blickte mit Sorge auf die massive Belastung, die einzelne unbequeme Kollegen in den USA aushalten müssten. Ein "New York Times"-Journalist und Bekannter von ihm werde möglicherweise noch in diesem Jahr in Beugehaft gehen, weil er seine Quellen schütze. Mascolo nannte den Namen nicht, meinte aber offenbar James Risen, der seit vielen Monaten unter Druck steht, seine Informanten bei der CIA decken zu müssen. Die Situation in Deutschland sieht Mascolo entspannter. Noch vor einigen Jahren hätten Staatsanwälte gegen investigative Journalisten wegen "Beihilfe zum Geheimnisverrat" ermittelt – diese Zeiten seien nun glücklicherweise vorbei.

Autor: Jens Twiehaus.

 

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