Hubert Burda im "Handelsblatt": "Verleger handeln zu hastig und aufgeregt"

17.02.2014
 

Verleger Hubert Burda glaubt nicht, dass digitale Medien Zeitungen und Zeitschriften in absehbarer Zeit überflüssig machen werden. Dies werde "mit Sicherheit nicht" geschehen, sagte er dem "Handelsblatt". Viele seiner Kollegen zögen "sich zu schnell aus dem Geschäft zurück. Wo sie früher zu langsam und falsch auf das Internet reagierten, handeln sie heute zu hastig, ja aufgeregt, einfach weil sie an ihr traditionelles Geschäft nicht mehr glauben."

Verleger Hubert Burda glaubt nicht, dass digitale Medien Zeitungen und Zeitschriften in absehbarer Zeit überflüssig machen werden. Dies werde "mit Sicherheit nicht" geschehen, sagte er dem "Handelsblatt" (Montagausgabe). Viele seiner Kollegen zögen "sich zu schnell aus dem Geschäft zurück. Wo sie früher zu langsam und falsch auf das Internet reagierten, handeln sie heute zu hastig, ja aufgeregt, einfach weil sie an ihr traditionelles Geschäft nicht mehr glauben."

"Springer unter dem Druck der Börse"

Den Axel-Springer-Funke-Deal kommentiert Burda so: "Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Springer unter dem Druck der Börse und einzelner Investoren agieren muss", sagte Burda. "Zu denen gehören auch Investoren, die sich für gedruckte Ware schlicht nicht mehr interessieren."

"Wenn Google damit durchkommt..."

Heftig kritisierte Burda die Einigung, die die EU-Kommission in einem Kartellverfahren mit Google erzielt hat. "EU-Kommissar Joaquín Almunia hat ja jüngst angekündigt, dass er die paar Zugeständnisse, die Google angeboten hat, für ausreichend hält", sagte er. "Sollte der US-Konzern damit durchkommen, brechen für uns und alle Mitbewerber noch härtere Zeiten an."

"Focus" am Samstag?

Für eine weitere Amtszeit als VDZ-Präsident stünde Burda "gern" zur Verfügung: "Wenn die Mitglieder wollen, mache ich alles, wozu eine Notwendigkeit besteht." Der Verleger kann sich zudem vorstellen, dass sein Nachrichtenmagazin "Focus" ebenso wie der "Spiegel", der ab 2015 samstags statt wie bisher montags erscheinen wird, einen neuen Erstverkaufstag bekommt. "Sicher denken wir darüber nach", antwortete er auf die Frage, ob sein Blatt künftig ebenfalls samstags erscheinen könnte.

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