Geplant sind drei Spielfilme und eine Doku: Stefan Aust verfilmt NSU-Terrorstoff für die ARD

 

Brisante Zeitgeschichte, demnächst im Fernsehen: Der TV-Journalist Stefan Aust, Ex-"Spiegel"-Chefredakteur und nun "Die Welt"-Herausgeber, hat sich mit der renommierten Produzentin Gabriela Sperl ("Marias letzte Reise", "Operation Zucker") zusammengetan. Für eine BR-, SWR- und WDR-Kooproduktion arbeiten sie die Mordserie des NSU-Terroristentrios rund um Beate Zschäpe filmisch auf.

Brisante Zeitgeschichte, demnächst im Fernsehen: Der TV-Journalist Stefan Aust, Ex-"Spiegel"-Chefredakteur und nun "Die Welt"-Herausgeber, hat sich mit der renommierten Produzentin Gabriela Sperl ("Marias letzte Reise", "Operation Zucker") zusammengetan. Für eine BR-, SWR- und WDR-Kooproduktion arbeiten sie die Mordserie des NSU-Terroristentrios rund um Beate Zschäpe filmisch auf.

Wie die "FAZ" berichtet, ist für das aufwändige ARD-Projekt, das erst in Angriff genommen werden muss und für das weder Besetzung noch mögliche Sendetermine feststehen, eine Aufteilung in drei Fernsehfilme und eine von Aust selbst produzierte Dokumentation vorgesehen.

Drei Fernsehfilme, gefolgt von einer Stefan-Aust-Doku

Der erste Film, für den Christian Schwochow als Regisseur und Thomas Wendrich als Drehbuchautor feststehen, soll sich mit dem Milieu der Täter Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Zschäpe im rechtsextremen Sumpf der 90er Jahre in Ostdeutschland befassen. 

Im zweiten Film (Regie: Züli Aladag, Drehbuch: Laila Stieler) steht die brutale Mordserie an türkischen und griechischen Kleinunternehmern im Zentrum - und das im Rückblick fassungslos stimmende Versagen der Ermittlungsbehörden. Erzählt wird der Fernsehfilm aus der Perspektive der NSU-Opfer und ihrer Hinterbliebenen.

Mit dem dritten Fernsehfilm (Regie: David Wnendt, Drehbuch: Jan Braren) wagen sich Aust und Sperl ganz nah an die Gegenwart heran. Nach dem Selbstmord von Böhnhard und Mundlos konzentrieren sich die Fahnder darauf, aus Zäschpe mehr über die Terrorstrukturen herauszubekommen.

So brisant wie Austs Aufarbeitung der RAF-Geschichte

Stefan Aust arbeitet offenbar schon längere an dem NSU-Stoff und hat sich dafür auch mit einem Profiler zusammengetan, der schon vor dem Auffliegen der Terrorzelle als einer der wenigen die richtigen Vermutungen in Richtung rechtsradikale Täter hatte.

"Das ist einer der interessantesten Fälle der jüngeren Gegenwart", zitiert die "FAZ" den "Der Baader-Meinhof-Komplex"-Autor Aust. "Ich halte ihn in seiner Dimension mit der Geschichte der RAF für vergleichbar. Er macht Bruchstellen in unserer Gesellschaft deutlich, über die man jahrelang hinweggesehen hat. Und er zeugt von einem seriellen Versagen der Sicherheitsdienste."

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